Stolberg-Zweifall: Rolf Schmitz ist zum zweiten Mal der Hahnenkönig

Stolberg-Zweifall: Rolf Schmitz ist zum zweiten Mal der Hahnenkönig

Zum Abschluss des Schützenwochenendes in Zweifall wurde der neue Hahnenkönig ermittelt. Das traditionelle Hahnenköppen der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft von 1824 fand erneut großen Anklang.

„Na los, trau dich!“, lautet die Aufforderung der Zuschauer, die auf Einladung der St.-Sebastianus- Schützenbrüder gekommen sind. Denise Tass lässt sich das nicht zweimal sagen: Prompt meldet sie sich und steht mit 23 anderen Mitstreitern auf der Liste derjenigen, die dem Hahn den Garaus machen möchten.

Ob sie denn keine Angst habe, gegen die starke männliche Konkurrenz anzutreten? „Ach was, damit habe ich überhaupt kein Problem. Es soll ja auch einfach Spaß machen“, erzählt die 18-Jährige lachend.

So wie Denise haben sich am Montagabend Jung und Alt auf dem Festplatz hinter der St. Rochus-Kirche, der volkstümlich „Im Huck“ genannt wird, versammelt, um das traditionelle Hahnenköppen zu verfolgen, das das Ende des Schützenfests am vergangenen Wochenende markiert.

Die Tradition des Hahnenköppens gehe in die Zeit aus der französischen Besatzung vor dem Zweiten Weltkrieg zurück, erzählt Brudermeister Karl-Erich Krings. Dem Hahn als ehemaligem französischen Wappentier den Kopf abzuschlagen, diente damals als Sinnbild und Verunglimpfung: „Da man die französische Besatzungsmacht nicht direkt angreifen konnte, bedienten die Deutschen sich dieser Möglichkeit, sozusagen als Protest“, führt Krings aus.

Viel Zeit auf die Tiefen des Brauchs einzugehen, bleibt ihm jedoch nicht, schließlich begleiten die Schützenbrüder die Veranstaltung mit Mikrofon und kündigen jeden Freiwilligen namentlich an.

Mit Säbel und verbundenen Augen: Als es dann schließlich ernst wird und der Wettbewerb losgeht, machen sich die ersten Teilnehmer daran, der aus einem Kuhschlund und Watte bestehenden Hahnenattrappe den Kopf abzuschlagen. Der erste Ehrenschlag gehörte dabei dem amtierenden Hahnenkönig, Andreas Aberle, und auch die erste stellvertretende Bürgermeisterin, Karina Wahlen, sowie der zweite stellvertretende Bürgermeister, Peter Jussen, durften ihr Glück versuchen und dem Hahn den Kampf ansagen.

Dieser hing dabei kopfüber aus einem Weidenkorb herunter und erwies sich trotz der helfenden Zurufe des Publikums als hartnäckiger Gegner: Rund zwei Stunden dauerte es, bis Rolf Schmitz mit dem 96. Schlag den Sieg davontragen und den Hahnenkopf herunterholen konnte.

Das war sicherlich keine leichte Aufgabe, denn mit verbundenen Augen und einem stumpfen Säbel bewaffnet galt es, das Attrappenoberteil abzutrennen.

Mitmachen durfte jeder ab 18 Jahren, und so wurde Schmitz nach einem kräftezehrenden Wettstreit zum zweiten Mal König und durfte sich neben der Hahnenkette über eine Belohnung in Form von einem Meter Getränkemarken freuen. Ein Jahr bleibt er nun Zweifalls Hahnenkönig und ließ sich nach dem Sieg ordentlich feiern. Für alle kleinen Gäste wurde neben dem Spielmobil des Stolberger Jugendamts mit einer Hüpfburg einiges geboten.

Eine Tombola mit zahlreichen Geschenken, eine Cocktailbar sowie musikalische Einlagen des Zweifaller Spielcorps rundeten den geselligen Abend ab. Um solche Feste auf die Beine stellen zu können, sei man rund drei Tage vorher mit den Vorbereitungen beschäftigt, aber der Aufwand lohne sich: „Wir sind glücklich angesichts der regen Teilnahme, weil wir mit der Bevölkerung feiern wollen“, freut sich Krings über einen neuen Hahnenkönig und einen kurzweiligen Abend mit der Zweifaller Bevölkerung.