Regenbogenschule in Stolberg soll erweitert werden

Pläne für Erweiterung der Regenbogenschule : Ein Ende der Platznot rückt in Sichweite

Einen Augenblick lang schien es so, als würden sich die Fraktionen in einer Grundsatzdebatte verzetteln – wieder einmal. Doch dann schafften es die Wortführer im Schulausschuss doch noch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Im konkreten Fall ist das der dringend erforderliche und schon seit langem angemahnte Ausbau der Regenbogenschule in Stolberg. Er soll nun endlich realisiert werden.

Mit 80 Schülern hat der Kreis Aachen als Träger der Förderschule mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ 1974 an der Birkengangstraße angefangen, 1984 folgte der Umzug in das Gebäude an der Stettiner Straße, das in der Folgezeit noch zweimal erweitert wurde: 2004 und 2011, im letzteren Fall dann schon in Trägerschaft der Städteregion. Doch auch diese Maßnahmen sollten nicht lange ausreichen. Aktuell zählt Petra Schnitzler 169 Schülerinnen und Schüler, aber nur 13 Klassenräume. Für die Schulleiterin ist das ein unhaltbarer Zustand, zumal die Prognosen weiter steigende Zahlen ankündigen.

„Es muss etwas geschehen“, appelliert sie deshalb im Schulausschuss, wo sie die Einrichtung gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Holger Peters vorstellt. Und tatsächlich soll jetzt etwas geschehen: Wenn der Städteregionsausschuss am 29. November der Empfehlung des Schulausschusses folgt, wird im nächsten Jahr mit der Planung für einen Erweiterungsbau begonnen. 350.000 Euro sollen hierfür in zwei Tranchen bereitgestellt werden.

Der grundsätzliche Bedarf ist derweil bereits ausgemacht worden: Sechs zusätzliche Klassenräume müssen her, um selbst bei einem für die Zukunft zumindest nicht auszuschließenden Anstieg der Schülerzahl auf 190 noch angemessen ausgestattet zu sein und den Klassenfrequenzrichtwert von zehn einhalten zu können. Aber auch schon jetzt ist mehr Platz dringend notwendig, denn: „Die Schülerschaft hat sich sehr verändert. Wir haben immer mehr Kinder und Jugendliche, denen es schwerfällt, im Klassenverband zu lernen“, berichtet Petra Schnitzler. Für sie bietet die Regenbogenschule jahrgangsgemischte Gruppen als Alternative an.

Darüber hinaus reicht das derzeit vorhandene Lehrerzimmer bei weitem nicht mehr aus, um dem mittlerweile 59-köpfigen Kollegium Platz bieten zu können. Ganz zu schweigen von den zehn Therapeuten und 35 Integrationshelfern und Krankenschwestern. Zudem steht eine neue Küche auf der Bedarfsliste. Und ein Mehrzweckraum mit Bühnenvorrichtung, der ebenso wie der Verwaltungstrakt im neuen Gebäude beheimatet sein könnte. In ersten Grobplanungen wird in Erwägung gezogen, Teile des mit 350 Quadratmetern recht üppig ausfallenden Eingangsbereich für die Schaffung von zusätzlichen Klassenräumen zu nutzen.

Diese und vielleicht auch noch weitere Optionen werden am nächsten Mittwoch, 28. November, noch einmal zur Sprache kommen. Dann beschäftigt sich der Bauausschuss mit der Erweiterung der Regenbogenschule. Die Weichen dürfte aber bereits der Schulausschuss mit seinem sehr deutlichen Votum gestellt haben. Grundsatzdebatten über die Inklusion in der Städteregion sind in diesem Kontext nicht mehr zu erwarten.