Stolberg: Reaktionen auf Alemannias Abstieg: Verzweiflung und Trotz

Stolberg: Reaktionen auf Alemannias Abstieg: Verzweiflung und Trotz

Man kann nicht behaupten, es hätte an Dieter Lübbers gelegen. Oder an einem der anderen Leidensgenossen von den „Stolberger Tivoli Jonge”. Auch nach München fuhr der Vorsitzende des Fanclubs und der Fan-IG mit dem Fanbus, um die Alemannia zu unterstützen. Lautstark, wie immer. Lübbers kann nicht anders.

Doch was am vergangenen Sonntag um genau 15.21 Uhr in der Allianz Arena blieb, „das waren nichts als Tränen”, sagt der Stolberger, für den der Abstieg natürlich nicht ganz unerwartet kam. „Aber wenn man bis zuletzt die Chance hat, glaubt man auch daran. Ich zumindest.” Geholfen hat alle Unterstützung nicht, Dieter Lübbers klingt auch am „Tag danach” noch wie ein Häufchen Elend, wenn er sagt: „Das ist mein Lebensinhalt, der da jetzt vor die Hunde geht.”

Verbittert ist Lübbers auch: „Es ist mir jetzt auch ein bisschen zu viel Schönrednerei mit dem ganzen Pech und späten Gegentreffern. Wo waren bis zu Ralf Aussem die Tugenden Kampf, Aggressivität und Leidenschaft, die diesen Verein ausmachen”, will sich der Vorsitzende einen kleinen Seitenhieb auf Ex-Coach Friedhelm Funkel nicht verkneifen. „Die Aussagen von ihm, dass die Qualität der Spieler nicht besser ist als Platz 13, waren falsch. Man muss doch seine Jungs auch mal stark reden.” Seiner Meinung nach sei der Trainerwechsel von Funkel zu Aussem „zu spät” erfolgt.

So direkt möchte das Klaus Dieter Wolf zwar nicht kommentieren, dennoch nimmt Alemannias ehemaliger Vizepräsident und jetzige Ehrenratsmitglied die Spieler, die den sportlichen Niedergang in erster Linie zu verantworten haben, in die Pflicht: „Ich hoffe, dass der ein oder andere bleibt, um den angerichteten Schaden zu reparieren.”

Zusätzlich sollen junge, hungrige Spieler aus der „Zweiten”, die selbst nicht mehr aufsteigen darf, in die Mannschaft integriert werden.

Wolf geht von einem „Unfall” aus und rechnet damit, „dass wir eine schlagkräftige Truppe aufstellen, mit der wir direkt wieder angreifen können.” Sein Ziel ist klar: der direkte Wiederaufstieg. Und selbst wenn das nicht klappen sollte, verspricht Wolf mit einer Portion Trotz in der Stimme: „Es wird sicher keine zehn Jahre dauern, bis wir wiederkommen”, erinnert er an die 90er Jahre in Ober- und später Regionalliga.

Ob das ein realistisches Ziel oder eher Wunschdenken ist, das kann Dieter Lübbers, der den Verein mit auch auswärts immer begleitet, nicht sagen: „Finanziell geht es dem Verein sehr schlecht und ich wage die Prognose, dass Alemannia im Winter wieder bei der Stadt Aachen auf der Matte steht und um Hilfe bettelt.”

Erhält der Verein die Lizenz?

Lübbers hofft, dass Alemannia die Lizenz für Liga 3 erhalten und vor Saisonbeginn nicht noch weiter durchgereicht wird. Sicher ist er sich keineswegs: „Ich weiß nicht, ob wir im Sommer in Münster oder in Walheim spielen . . .”

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