Radwege in Stolberg: Laub birgt Gefahr für Radfahrer

Radfahren im Herbst: Laub stellt Gefahrenquelle auf Radwegen dar

Das Herbstwetter zeigt sich momentan noch von seiner besten Seite. Auch, wenn die Temperaturen langsam aber sicher etwas abkühlen, lädt das trockene Wetter weiterhin dazu ein, Zeit draußen zu verbringen.

So nehmen auch viele Menschen weiterhin das Fahrrad, um an ihr Ziel zu kommen. Doch das birgt gerade zurzeit einige Gefahren.

Das teilt Christina Wolff, Presssprecherin des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), mit: „Es ist ein perfektes Fahrradjahr, aber gerade nach dem langen, trockenen Sommer kann es im Herbst gefährlich werden.“ Das Laub falle früher als normalerweise, wohingegen Radfahrer die Saison später beendeten. Das sei nicht immer ganz ungefährlich. „Im Moment liegt viel Laub auf den Radwegen, so dass die Abtrennung zwischen Radweg, Fußgängerweg und Straße oft nicht klar ist“, mahnt Wolff.

Außerdem sei diese Abtrennung oft durch Kanten markiert, worauf Radfahrer abrutschen können. „Die vielen Blätter verdecken auch weitere Gefahrenquellen wie Schlaglöcher oder Kastanien“, führt Wolff weiter aus. Es gebe auch Radfahrer, die den Blätterbergen ausweichen, dadurch aber in den fließenden Verkehr geraten. Autos verschärfen das Problem im Übrigen, wenn auch unabsichtlich. „Sie treiben die Blätter durch ihren Fahrtwind an den Rand, wo die Radwege sich meist befinden“, erklärt Wolff.

„Richtig gefährlich wird es aber erst, wenn es regnet“, gibt Wolff zu bedenken. Dann entstehe eine Schmiere, auf der man schnell ausrutschen und den Halt verlieren könne. Deshalb sei es wichtig, dass Radwege regelmäßig gereinigt werden. „Straßen sind meist von Laub befreit, aber bei den Radwegen sehen Kommunen schon mal drüber hinweg“, mahnt sie.

Die Stadt Stolberg zeigt sich allerdings nur für einen kleinen Teil der Radwege verantwortlich. „Oft werden von Bürgern alle Radwege der Stadt zugeschrieben, das ist aber nicht immer der Fall“, erklärt Georg Paulus, Leiter des Technischen Betriebsamtes. Die Höhenstraße falle zum Beispiel ins Aufgabengebiet der Stadt, wohingegen die Würselener Straße von der Straßenmeisterei betreut werde.

Grundsätzlich gilt, dass jeder selbst für seine Straßen verantwortlich ist. Heißt: die Stadt für Gemeindestraßen, das Land (und damit die Straßenmeisterei) für Landes- und Bundesstraßen außerhalb von Ortschaften und die Städteregion für Kreisstraßen. Anwohner sind im Regelfall für ihren Abschnitt der Straßen zuständig, also haben die meisten Bewohner der Stadt selbst die Pflicht, Geh- und Radwege von Laub zu befreien.

Die Wege, die von der Stadt gereinigt werden, werden alle 14 Tage von Laub befreit. Wenn es trocken ist, könne man die Blätter einfach ins Gebüsch zurückblasen. Schwieriger gestaltet sich die Reinigung bei Nässe: „Dazu brauchen wir einen Traktor mit Frontbesen, der die Blätter zur Seite kehrt.“ Grundsätzlich sei Laub aber eher in Grünanlagen und auf Friedhöfen ein Problem.

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