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Stolberg: Prym: Streit um 3,8 Millionen Euro

Stolberg : Prym: Streit um 3,8 Millionen Euro

Als zukunftsweisender Schritt wurde der Verkauf von Prymetall im Januar 2002 übereinstimmend gewertet und gefeiert. Knapp zwei Jahre später ist von der Feststimmung nichts mehr zu spüren.

Aus den geschäftlichen Partnern sind juristische Gegner geworden, die nachträglich um die Abwicklungsmodalitäten des knapp 80 Millionen Euro schweren Firmenverkaufs streiten.

Dabei geht es nach Informationen unserer Zeitung um rund 3,8 Millionen Euro. Die verlangt die einstige Prymetall-Eigentümerin, die William Prym GmbH & Co. KG, als aus ihrer Sicht noch ausstehende Beteiligung am 2001 erwirtschafteten, aber erst 2002 ausgewiesenen Gewinn von ihrer Nachfolgerin, der Norddeutsche Affinerie (NA).

Acht Stunden ohne Einigung

Acht Stunden standen sich beide Parteien am Freitag vor dem Landgericht gegenüber, ohne dass eine Einigung erzielt werden konnte. Der zuständige Richter vertagte das Verfahren und will Prym sowie NA eine weitere Möglichkeit zur Stellungnahme und zu einem Vergleich einräumen.

Dieser scheint allerdings in weiter Ferne zu liegen. Sowohl der NA-Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Marnette als auch Prym-Geschäftsfführer Michael Prym zeigten sich am Fraitagabend auf Anfrage überzeugt, das Recht auf ihrer Seite zu haben. Demnach sieht Marnette mit den an die Firma Prym bereits gezahlten 3,2 Millionen Euro den vertraglich fixierten Anteil am Gewinn der Prymetall beglichen.

Prym wiederum stellt die Richtigkeit der von der NA in 2002 ausgewiesenen Gewinnsumme in Zweifel und fordert weitere 3,8 Millionen Euro.

„Gerichtliche Auseinandersetzungen dieser Art gehören eigentlich nicht zu unserer Unternehmenskultur. Deshalb haben wir ja schon einen Vergleich angeboten, auf den Herr Marnette aber leider nicht eingegangen ist”, berichtete Prym, der die genannten Zahlen nicht bestätigen wollte.

Unnötige Belastung

Marnette wiederum wirft der einstigen Prymetall-Mutter vor, die dringend erforderliche Umstrukturierung des angeschlagenen Unternehmens durch unberechtigte Forderungen unnötig zu belasten.

Fortgesetzt werden soll die Verhandlung im Januar - vorausgesetzt, es kommt in der Zwischenzeit nicht zu einer überraschenden außergerichtlichen Einigung.