Stolberg/Aachen/Eschweiler: Prozessauftakt: Drogenhändler gesteht seine Fehler vor Gericht ein

Stolberg/Aachen/Eschweiler: Prozessauftakt: Drogenhändler gesteht seine Fehler vor Gericht ein

Am Mittwoch hat im Landgericht Aachen das Verfahren gegen die Drogenbande von der Mühle begonnen (Az.: 69 KLs 18/17). Den acht Tatverdächtigen wird bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen bzw. Beihilfe vorgeworden.

Zwischen Oktober 2016 und der Festnahme im April 2017 sollen die fünf Männer aus Stolberg, der Mann aus Eschweiler und die zwei Frauen aus Aachen mit mehreren Kilogramm Marihuana, aber auch Kokain und Amphetaminen gedealt haben, unter anderem auf der Mühle und im städtischen Jugendtreff.

Laut der zehnseitigen Anklageschrift übernahm jeder der Angeklagten dabei eine andere Rolle: Unter dem Kopf der Bande und seiner Vertreterin verkauften vier der Beschuldigten die Drogen, zwei weitere waren die „Verwalter“. Bei Bandendelikten ist eine Freiheitsstrafe ab fünf Jahren für jeden Mittäter möglich. Bisher zeigte sich nur ein Angeklagter geständig. Das Verfahren ist bis Mai angesetzt.

Parallel wurde am Mittwoch der Prozess gegen den Cousin eines Angeklagten eröffnet, der der Bande die Drogen für den Verkauf beschafft haben soll (Az.: 66 KLs 18/17). Issa I. soll von Januar bis zur Festnahme im April in fünf Fällen mit Drogen gehandelt haben, in einem Fall wird ihm Beihilfe zur Last gelegt. Der 31-Jährige hatte sich bereits vor dem Prozessauftakt geständig gezeigt. Allerdings stimmten er und sein Verteidiger Carsten Rubarth nicht mit jedem Punkt der Anklageschrift überein.

Rubarth zielte auf eine Verständigung mit der Staatsanwaltschaft ab. Sein Vorschlag: Die Anklage würde sich auf die zwei schwersten Delikte seines Mandanten, bei denen es um ein Kilo Kokain und zwei Kilo Marihuana geht, beschränken. Die Strafe für Issa I. würde sich auf etwa drei bis dreieinhalb Jahre Haft belaufen.

Als es darum ging, ob Issa I. der Rockerbande Bandidos angehöre, verwies der Richter auf Fotos, die den Angeklagten mit Bandidos-Mitgliedern zeigten. Issa I. beteuerte aber, er sei nicht in der Rockerbande und entblößte als Beweis sogar seinen Oberkörper, der keine Tätowierungen zeigte.

Zum Ende des ersten Verhandlungstages hatte Issa I. noch das Wort: „In der Haft hatte ich viel Zeit zum Nachdenken“, sagte er. „Ich habe erkannt, dass ich bei meinem Versuch, Geld zu verdienen, Menschen kaputt gemacht habe. Drogen machen das Leben kaputt. Es tut mir im Herzen leid.“

Dem 31-Jährigen sei klar geworden, dass sein Leben erst einmal im Gefängnis weitergehen werde. Danach sei es dann sein Wunsch, eine Familie zu gründen und ein geregeltes Leben zu führen.

Beide Verfahren werden am Freitagmorgen, 5. Januar, im Landgericht Aachen fortgesetzt.