Menschenrechte: Projektwoche an der Grundschule in Breinig

Menschenrechte : Projektwoche an der Grundschule in Breinig

Kinderrechte sind Menschenrechte für Kinder und damit eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft. Das lernen auch die Kinder der Grundschule in Breinig.

Wenn die Familie, der Kindergarten, die Schule oder die Kommune kinderfreundliche Orte sind, fühlen sich Kinder nicht nur zugehörig und geborgen, sie lernen auch besser, können ihre Fähigkeiten besser entfalten und mehr leisten.

„Dabei ist es nicht nur wichtig, die Kinderrechte kennenzulernen, die Kinder spielen dabei auch eine aktive Rolle, denn sie übernehmen selbst, gemeinsam mit den Erwachsenen, Verantwortung dafür, dass die Kinderrechte an unserer Schule und darüber hinaus umgesetzt werden“, so die Leiterin der Grundschule Breinig, Marie-Theres Schmitz. Im Sinne des Artikels 12 - das Recht, die eigene Meinung mitzuteilen, die die Erwachsenen ernst nehmen müssen - hat die Schule mit den Kindern zusammen einen Klassenrat und ein Kinderparlament etabliert. Die Kinder werden an Schulregeln, an der Schulordnung und an Schulprojekten beteiligt.

Die Schule selbst nahm letztes Jahr schon an der Zertifizierung „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule“ teil. Frau Schmitz bedankte sich bei ihren Kollegen/innen, bei den Eltern und vielen Helfern/innen, die den Präsentationstag am Ende der Projektwoche möglich gemacht haben. Fünfzehn verschiedene Projekte hatten die einzelnen Gruppen erarbeitet. Nachdem die Ukulele-Spieler der Nachmittagsbetreuung den Vormittag instrumental eröffnet hatte, war es der kleine Chor, der mit Liedern zu den Kinderrechten und selbstgebastelten Instrumenten (Rassel aus Yoghurtbecher, Trommeln aus Tonblumentöpfen und Panflöten aus Bambusstäben) aufwartete.

Das Projekt „aus Alt mach Neu“ hatte sich mit dem Artikel 36 befasst, dem Schutz vor jeder Art von Ausbeutung. In einer Modenschau führten sie unter anderem bemalte T-Shirts, umgenähte Röcke und diverse Haarbänder vor. Ein großes Problem für Tier und Mensch ist die Verschmutzung der Meere.

Die Kinder beschäftigten sich damit, auf welchen Wegen Plastik in die Ozeane kommt und wie dieser Plastikmüll vermieden werden kann. Zugleich wurden sie kreativ und stellten aus Plastikmüll neue, coole Produkte her. Zu einer bestmöglichen Gesundheit (Artikel 24) gehören neben der medizinischen Behandlung, sauberes Trinkwasser, gesundes Essen und eine saubere und sichere Umgebung.

Die Kinder kennen die Ernährungspyramide und wissen jetzt, wie wichtig auch Bewegung ist. Eine andere Gruppe erkundete das Weltall. Die Kinder erstellten Sternbilder und erfuhren etwas über die Raumfahrt, Astronauten, Raketen und bastelten ihr eigenes Planetensystem. Andere Menschen und ihre Rechte zu respektieren, lernten die Kinder in der Spanischgruppe, die nun die spanisch-sprechenden Menschen begrüßen und verabschieden können. Auch die Zahlen sind bekannt und natürlich das spanische Reisgericht „Paella“. Viele Jungen aus dem 3./4. Schuljahr nahmen am Projekt Fußball mit Schiedsrichter- und Trainerschulung teil.

Ihr Appell an die Eltern war, beim Fußballturnier nicht immer dazwischen zu reden, sondern ruhig am Feldrand stehenzubleiben, denn sie wüssten ja, was Fairplay bedeute. „Das Auge isst mit“, ein Lieblingssatz der Hobbyköche und Gourmets, setzten die Kinder beim Backen um. Was Fingerfood aus Gemüse und Pizzabrötchen unter Anleitung eines echten Pizzabäckers mit Kinderrechten zu tun haben, sagt das Recht auf Freizeit und Hygiene.

Das Recht auf Glücklichsein verfolgte eine weitere Gruppe und brachte dieses Thema in Form eines Tanzes zum Ausdruck. Das Projekt Wasser (Recht auf Gesundheit und Bildung) als Lebensgrundlage befasste sich mit dem Wasserkreislauf und anderen spannenden Experimenten. Die Wandergruppe (Recht auf Freizeit) war jeden Tag unterwegs und erkundete das Breiniger Umland. Anke Wolf hatte mit ihren Kindern einen Baum für die Kinderrechte erarbeitet, andere brachten die Kinderrechte auf Leinwand und eine weitere gestaltete die Turnhallenwand nach James Rizzi.

Jeden Tag ein Ritual vollziehen und alles Schlechte abklopfen und sich in Bewegung bringen gehört zum Recht der Entspannung, während Sockenfußball, Hüpfen, Stuhlfußball, Mühle mit Zauberfäden Anregungen für die Pausen (Recht auf Zeit und Erholung) waren. Am Ende riefen alle gemeinsam: „Ich bin ein glückliches Kind.“ Die Städtische Tageseinrichtung Bertholdstraße und der städtische Kindergarten Corneliastraße waren an zwei Tagen an der Projektwoche beteiligt. Sie hatten für für ihre Kinder, die im August eingeschult werden, Bewegungsstationen in der Turnhalle aufgebaut.

(mlo)
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