Projekt Viertel-LAB ist nun in Stolberg gestartet

Projekt für Langzeitarbeitslose : Frische Blumen und ein Koordinator für das Viertel

Das langfristige Ziel: 300 Arbeitslose in Stolberg sollen für den Arbeitsmarkt wieder fit gemacht werden – und zwar durch das Projekt Viertel-Lab. Ein erster Schritt wurde nun gemacht.

Die Bepflanzung der Blumenkübel im Steinweg, die Jahr für Jahr durch die Gesellschaft für Stadtmarketing durchgeführt wird, wurde nun durch die Teilnehmer des Projekts unterstützt. Die Bepflanzungsaktion soll allerdings nur eines von vielen Projekten sein.

Was genau man unter Viertel-Lab versteht? Zunächst einmal ist dieses ein Projekt aus dem Integrierten Handlungskonzept „Berg- und Talachse – Miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg“. Es soll für Laboratorium und Arbeit in den drei Vierteln stehen. Gefördert wird das Projekt bis Ende 2022 durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) – und zwar mit knapp zwei Millionen Euro.

Wie wichtig das Projekt für die Viertel ist, weiß Robert Voigtsberger. „Für uns als Stadt hat das Projekt eine Schlüsselfunktion im Integrierten Handlungskonzept“, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter. Nicht zuletzt durch den Sozialbericht wisse man, in welchen „prekären Lebenssituationen“ die Menschen in den drei Vierteln lebten.

In den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Arbeit sollen deshalb durch verschiedene Maßnahmen – darunter Jobcoaching und Qualifizierungen – ein digitales und analoges Unterstützungsangebot bereitgestellt werden. Im digitalen Bereich geht es unter anderem um die Vermittlung von IT-Grundkenntnissen. Im analogen Bereich ist es beispielsweise die Vermittlung handwerklicher Fertigkeiten.

Mit diesem Angebot sollen sich die Teilnehmer wieder für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Auf der anderen Seite sollen allerdings auch lokale Unternehmen in Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg angesprochen und unterstützt werden. Für sie werden zum Beispiel Veranstaltungen mit aktuellen Schwerpunktthemen organisiert – wie etwa zu Fördermöglichkeiten und Vorteilen, die sich für lokale Unternehmen etwa durch Arbeitskräftequalifizierung, Netzwerkarbeit oder soziales Engagement ergeben.

Neben den Beratungs-, Schulungs- und Informationsmöglichkeiten soll es vor allem darum gehen, Menschen und Unternehmen in den Vierteln zu Teilhabe, Gestaltung, Dialog und zum Einbringen ihrer Ideen zu animieren. Dadurch sollen die Viertel und der soziale Zusammenhalt durch Mitsprache und Mitgestaltung gestärkt werden.

Das Projekt wird an zwei Standorten betreut: Einerseits im Projektbüro in der Grüntalstraße 5 sowie andererseits im Amt für Wirtschaftsförderung in der Cockerillstraße. Die Leitung des Projektes liegt in den Händen des Sozialamtes. Allerdings sind noch andere Partner mit von der Partie. Darunter auch die Low-Tec gemeinnützige Arbeitsförderungsgesellschaft. Zudem will die Wirtschaftsförderung der Stadt Stolberg durch vielseitige Angebote kleine und mittelständische Unternehmen in den Vierteln unterstützen und stärken.

Neben der Belebung der Aufenthaltsqualität in der Stolberger Innenstadt soll die Bepflanzung der Blumenkübel auch die Kerngedanken des Vorhabens darstellen – nämlich die Perspektiven für einen Neuanfang ermöglichen, Langzeitarbeitslosigkeit entgegenwirken sowie den sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt in Stolberg vitalisieren.

Das Ziel, das sich die Stolberger Verwaltung und ihre Partner gesetzt haben: 33 Prozent der Teilnehmer sollen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das zeige, dass sich nicht nur für die Teilnehmer selbst, sondern auch für ihre Familien eine Menge ändern soll. „Das Projekt soll die Lebenssituationen in den Familien verbessern“, sagt Robert Voigtsberger.

Und wie sehen nun die nächsten Schritte aus? Das Viertel-Lab soll in Zukunft Bürgeraktionen unterstützen und ein sogenanntes Quartiers-Facility aufbauen – dazu sollen beispielsweise die. Mitarbeit in der Kehrwoche oder bei Stadtteilfesten zählen. Über die nächsten Schritte stimme man sich momentan mit der Low-Tec ab. Derzeit werde außerdem ein Projektkoordinator eingearbeitet, sagt Robert Voigtsberger.

(se)