Medizinische Versorgung und Generationendialog: Projekt „Digitale Dörfer“ soll beide Themen miteinander verknüpfen

Medizinische Versorgung und Generationendialog : Projekt „Digitale Dörfer“ soll beide Themen miteinander verknüpfen

Wie kann die medizinische Grundversorgung – vor allem im ländlichen Raum – in Stolberg verbessert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit (ASG) in seiner Sitzung am heutigen Dienstag.

Bereits im Mai 2017 hatte die SPD-Fraktion einen Antrag zum Thema medizinische Grundversorgung gestellt. Die Stolberger Verwaltung führte daraufhin eine Bürgerumfrage in den Ortsteilen ohne eigene Hausarztpraxis durch. Aus den Ergebnissen sollten Handlungsansätze zur Verbesserung erarbeitet werden. 309 Stolberger nahmen an der Umfrage teil.

Im Anschluss fand eine fachliche Beratung mit dem Gesundheitsamt der Städteregion statt. Zudem erfolgte ein Austausch mit den Stolberger Hausärzten und es gab bereits zwei Treffen mit Schlüsselpersonen, Institutionen und weiteren Vertretern aus den einzelnen Ortsteilen.

Eigene Nachfolge hat Priorität

Das Ergebnis: Temporär betriebene Filialpraxen kamen bei Stolberger Hausärzten nicht so gut an. Der Grund: Bei vielen Hausärzten habe die Nachfolge-Frage und Gewinnung von Nachwuchs-Personal für die eigene Praxis Priorität. Zudem könnten Filialpraxen nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten vorhalten. Eine Behandlung akuter Beschwerden sei so nicht möglich. Darüber hinaus stünde wechselndes Personal dem Aufbau eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Arzt und Patient entgegen. Interesse an Eröffnung einer Filialpraxis gab es von Seiten der Ärzteschaft nicht. Aus diesem Grund wird dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt.

Auch das Thema „Dialog der Generationen“ wir in der Sitzung auf der Tagesordnung stehen. Diesem ging ein Antrag der CDU-Fraktion aus dem Jahr 2016 voraus. Im Stolberger Begegnungstag Inklusion, einem inklusiven Foto-Projekt unddem Projekt „Seniorenfreundliche Gemeinde“ seien Elemente des Generationendialogs verwirklicht worden, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Und wie soll es mit den zwei Themen, die beide Teil des Aktionsplans Inklusion sind, weitergehen? Ein Projekt, das weiterhelfen könnte, trägt den Titel „Digitale Dörfer“. Das vom Frauenhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering entwickelte Projekt hat das Ziel, digitale Dienste auch im ländlichen Raum anwendbar zu machen. Nach dem Motto „vom Land für’s Land“ stellt das Angebot eine Art soziales Netzwerk auf sozialräumlicher Ebene für den ländlichen Raum dar.

Unter anderem werden in diesem die Themenfelder Mobilität und Kommunikation in den Blick genommen. Durch das Modul „DorfNews“ wird ein Online-Nachrichtenportal geschaffen. Mit dem Modul „DorfFunk“ können Bürger ihre Hilfe anbieten.

In Kontakt kommen

Durch diese beiden Module ergeben sich, laut Verwaltung, Verknüpfungen zu den beiden Anträgen. Die Plattform fördere die Vernetzung sowie eine Kultur des Helfens und bringe durch ihre einfache Handhabung sowohl junge internetaffine als auch ältere Zielgruppen miteinander in Kontakt.

Die Stolberger Verwaltung schlägt dem ASG deshalb vor, dies mit dem Projekt in den Ortsteilen Breinig, Breinigerberg, Dorff, gressenich, Mausbach, Schevenhütte, Vicht, Venwegen, Werth und Zweifall auszuprobieren. Damit könnten insgesamt 20.000 Stolberger erreicht werden. Eine Erweiterung auf die Ortsteile Donnerberg und Büsbach wäre jederzeit möglich. Auch über weitere Vorschläge soll in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

In seiner Sitzung am heutigen Dienstag, 25. Juni, stimmt der Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit dann unter anderem über die Einführung dieses Projekts ab.

(se)
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