Stolberg: Produktion gestoppt in der Bleihütte

Stolberg: Produktion gestoppt in der Bleihütte

Ein Zwischenfall am QSL-Reaktor in der Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer sorgte am Montag für einen Produktionsstopp in Europas modernster Bleihütte. Dauer des Ausfalls und Umfang der Schäden sowie deren Behebung waren Montagabend noch nicht absehbar, erklärte Geschäftsführer Dr. Urban Meurer gegenüber unserer Zeitung; das wird voraussichtlich erst Dienstagmittagabsehbar werden können.

Bei der routinemäßigen Überwachung des 33 Meter langen QSL-Reaktors mit einem Durchmesser von 3,5 Meter war am späten Nachmittag der Werksaufsicht ein roter Glühfleck in der Wand aufgefallen. In dem feuerfest ausgemauerten Reaktor wird bei Temperaturen von 1200 Grad Celsius aus Erzkonzentraten und Sekundärstoffen unter Einsatz von reinem Sauerstoff Werkblei geschmolzen.

„Der Glühfleck ist ein Anzeichen dafür, dass die feuerfeste Ausmauerung an der Stelle defekt sein kann”, so Meurer. Weil die Berzelius Bleihütte ungewiss war, mit eigenen Mitteln und Kkowhow das Problem in Griff zu bekommen, wurde gegen 17.40 Uhr die Feuerwehr zu Hilfe gebeten, um den Reaktor zu kühlen. Sie rückte mit Kräften der Wache und den Löschgruppen Atsch, Büsbach, Donnerberg, Mitte, Münsterbusch, Mausbach und Venwegen an. Rund 100 Feuerwehrleute waren zunächst im Einsatz, um mit Wasser die Außenhaut des Reaktors in der Werkhalle abzukühlen.

Offensichtlich mit Erfolg: Ein Durchschmelzen der Reaktorwand und damit ein unkontrollierter Austritt des flüssigen Bleis wurden verhindert. „Der Glühfleck ist bereits dunkler geworden”, erklärte Meurer am Abend. „Die Gefahr ist gebannt”.

Allerdings dauerte die Kühltätigkeit durch die Feuerwehr sicherheitshalber weiter an. Derweil arbeitete die Werksleitung an einem Konzept, wie der sonst rund um die Uhr betriebene Reaktor am besten entleert und zügig saniert werden kann. 1990 hatte Berzelius seine Produktion in Stolberg umgestellt auf das zweistufige QSL-Verfahren in dem in sich geschlossenen Aggregat, das als umwelt- und ressourcenschonend gilt.

Verletzt wurde nach Werksangaben niemand bei dem Zwischenfall.

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