Stolberg: Prinz von einst wird jetzt der neue Burggraf

Stolberg: Prinz von einst wird jetzt der neue Burggraf

International könnte man ihn als designierten „Earl of Ketschenborough“ titulieren, doch Dr. Rüdiger Fröschen belässt es lieber dabei, am dritten Sonntag im Januar 2015 der Stolberger Burggraf zu sein.

In karnevalistischem Zusammenhang ist Fröschen in der Kupferstadt längst kein Unbekannter mehr: Seit 1996 gehört er der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft an, 2002 regierte er als Stolberger Prinz Rüdiger II. über die Narren, und seit 2009 ist er der Stadtkommandant der Leibgarde Seiner Tollität, der Stolberger Prinzengarde. „Burggraf zu sein, fehlte mir irgendwie noch in meiner jecken Laufbahn“, sagt Fröschen.

Dass der Zahnarzt, der vor sechs Jahren das Stolberger Bier „Ketschenburg Pils“ wiederbelebte, Spaß daran hat, in die Rolle des Burggrafen zu schlüpfen, liegt auch aus anderem Grunde nahe. Schließlich ist Fröschen der Direktor des Burghof-Theaters. Bei seinem großen Tag als Burggraf wird Fröschen eine Premiere erleben, wie Prof. Dr. Roland Fuchs, Organisator des Burggrafenfestes, erläutert: „Das Karnevalskomitee der Stadt Stolberg hat erstmals die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen und gestaltet das Burggrafenfest aktiv mit.“

Somit kooperieren nun der Chef-Organisator Fuchs, die Erste Große KG und das Komitee bei Planung und Umsetzung des Festes, was eine deutliche „Stolbergerisierung“ zur Folge habe. „Im Vergleich zum vergangenen Burggrafenfest wird die nächste Auflage nicht mehr so Aachen-lastig sein. Es treten zu rund 95 Prozent Stolberger Kräfte auf“, beschreibt Fuchs. Der Leitgedanke „zurück zu Stolberg“ sei auch in Zukunft für das Burggrafenfest unverzichtbar, um diese traditionelle Veranstaltung zu bewahren. „Es soll kein exklusives Fest sein, sondern eine Veranstaltung von Stolbergern für Stolberger, zu der alle Bürger und alle Karnevalsgesellschaften herzlich eingeladen sind.“

Eine „Fremdbestimmung“ wie beim vergangenen Burggrafenfest solle sich nicht wiederholen. Jene Rückbesinnung auf den Stolberger Karneval, den die Gäste am Sonntag, 18. Januar, ab 11.11 Uhr im Wahrzeichen der Kupferstadt erleben können, begrüßt auch der designierte Burggraf: „Diese Ausrichtung des Festes empfinde ich als sehr lobenswert. Ich bin zwar in Aachen geboren, aber mein Lebensmittelpunkt ist schon seit langem ganz klar Stolberg. Und es steht fest: Der Kupferstädter Karneval hat sehr viel zu bieten“, betont Rüdiger Fröschen. Darüber, ob er den Titel „Earl of Ketschenborough“ vielleicht während des Urlaubs im Ausland verwendet, schweigt er hingegen.

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