Stolberg-Breinig: Polizeihund Achill erwischt Einbrecher auf frischer Tat

Stolberg-Breinig: Polizeihund Achill erwischt Einbrecher auf frischer Tat

Es klingt wie ein schlechter Wortwitz, aber dass die Nichte von Manfred Blumbergs Frau so rasch handelte, hat sein Restaurant „Zum Rasch“ in Breinig vermutlich vor dem Schlimmsten bewahrt.

Die junge Frau wohnt direkt über dem Restaurant in der Straße „Auf der Heide“ und wurde in der Nacht zu Donnerstag gegen kurz nach vier Uhr morgens durch ein seltsames Geräusch wach. Sie fackelte nicht lange und rief bei Blumbergs an. „Unten wird eingebrochen“, sagte sie am Telefon. Dann ging alles wahrlich rasch.

Die Nichte schloss sich in der Wohnung ein, Manfred Blumberg zog sich in Windeseile an und machte sich auf den Weg zu seinem Restaurant. Blumberg und sie verständigten beide die Polizei. Die riet Blumberg, nicht ins Gebäude zu gehen. Er parkte auf der Hauptstraße und richtete das Fernlicht seines Wagens auf das Restaurant. „Es hat keine zwei Minuten gedauert, dann war der erste Streifenwagen da. Und im Minutentakt kamen immer mehr“, sagt der 61-jährige Wirt aus Breinig.

Die Polizei umstellte das gesamte Haus. Sie beobachtete, dass die Tür zur Spülküche kurz geöffnet und dann wieder geschlossen wurde. „Meine Nichte hatte sich oben eingeschlossen, die konnte es also nicht gewesen sein“, sagt Blumberg. Der Täter musste noch im Restaurant sein. „Kommen Sie mit erhobenen Händen raus. Es hat keinen Zweck, das Haus ist umstellt“, hatten die Polizeibeamten gerufen. Keine Reaktion.

„Plötzlich hörte man einen Schrei“

In der Zwischenzeit habe die Polizei aber Verstärkung angefordert — in Form eines Hundeführers mit seinem Diensthund, sagt Blumberg. Auch sie trafen nur wenige Minuten später am Tatort ein. „Hundeführer und Hund gingen ins Haus. Dann sind wieder ein paar Minuten vergangen. Plötzlich hörte man einen Schrei. Wieder dauerte es nur ein paar Minuten und die Polizei kam mit dem Täter raus“, sagt Blumberg. Und fügt hinzu: „Der Hund hat ganze Arbeit geleistet.“

Laut Blumberg wurde der Täter mehrfach gebissen. Der Polizeihund namens Achill erwischte den Täter am Oberarm und stellte den Mann damit im Keller des Hauses ruhig, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Dabei handelte es sich um einen 39-jährigen Mann aus Stolberg, der der Polizei bereits gut bekannt sei. Er wurde im Krankenhaus an der Bisswunde behandelt. Achill blieb unverletzt und konnte seinen Dienst weiter fortsetzen.

Die Polizei durchsuchte im Anschluss den Rest des Hauses. Aufgrund der Einbruchsspuren sei davon auszugehen, dass mehrere Täter an der Tat beteiligt waren. „Der Schaden ist enorm. Es fehlt ein kompletter Zigarettenautomat aus Holz. Der wurde abgeschraubt“, sagt Blumberg. Außerdem sei der Spielautomat aufgebrochen worden, die Kasse mit rund 500 Euro Inhalt fehle und auch das Trinkgeld-Töpfchen seiner Mitarbeiterinnen sei weg, sagt Blumberg. Aber auch eine Kiste mit Lachs aus dem Tiefkühlbereich habe vor dem Eingang zum Abtransport bereitgestanden.

Er vermutet, dass die Täter durch den Garten gekommen sind, mit einem Wagenheber die Gitter am hinteren Fenster kaputtgemacht haben und dann durch die Herrentoilette ins Gebäude gekommen waren. Die Rollläden und Holzverkleidung am Haupteingang seien zwar auch zertreten worden, aber Blumberg vermutet, dass dort lediglich die Beute herausgetragen wurde. „Im Saal wurde auch versucht, die Fenster zu öffnen, doch die sind alle von innen verschlossen“, sagt der 61-Jährige. Und fügt hinzu: „Das war nichts Spontanes. Das war geplant.“

„Zum Rasch“ schließt

Die Polizei habe laut Blumberg im Anschluss an die Festnahme DNA-Spuren genommen und das gesamte Gebäude durchsucht. „Hätten sie nicht sechs Wochen später kommen können“, sagt Blumberg. „Am 11\. November habe ich die letzte Veranstaltung im ,Rasch‘. Danach ist Schluss.“

Nach rund 20 Jahren stellt der 61-Jährige den Betrieb ein. „Aus Altersgründen“, wie er sagt. Sein zweites Restaurant „Weißes Rößl“ werde er weiterbetreiben. „Da ist auch mehr los und es kommen mehr Touristen daran vorbei“, sagt Blumberg. Nun aber muss er erst mal den Einbruch in seinem „Rasch“ so rasch wie möglich verdauen.

(lbe)