Plateau der Kohlbusch-Halde

Altlastensanierung Gewerbepark Münsterbusch : Städteregion übernimmt Risiko während Bauphase

Während auf dem Plateau der Kohlbusch-Halde die Vorbereitungen für die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes angelaufen sind, wird hinter den Kulissen bei der Städteregion über einen Sanierungsvertrag verhandelt.

Genauer gesagt über eine befristete Freistellung des Entwicklers von möglichen Altlastenrisiken während der Realisierung. Das Ziel einer Bebauung mit großflächigen Lager und Gewerbehallen käme einer nahezu kompletten Versiegelung des Geländes nahe, was eine Sanierung der Altlast bedeute.

Bis 1967 wurden in der Zinkhütte Münsterbusch durch die Stolberger Zink AG Blei- und Zinkerze verhüttet, Abfallprudukte wie Schlacken und teerhaltige Materialien zur Kohlbusch-Halde aufgeschüttet. 1988 einigten sich Stadt und Zink auf eine Sanierung. Haldenvorland und Halde wurden saniert durch Bodenaustausch und Abdichtung mit Drainage und Sickerwasserreinigung. Es verblieb das Haldenplateau, auf dessen östlichen Teil die Firma Krings den Gewerbepark betreibt, dessen Flächen zu einem großen Teil versiegelt ist.

Der westliche Bereich, wo sich einst der Münsterbuscher Bahnhof befand, ist unsaniert. Im Untergrund befinden sich nach den Erkenntnissen der Behörden flächendeckend mehrere Meter mächtige Auffüllungen aus Schlecken. Schwermetallhaltige Sicherwässer fließen unkontrolliert in Richtung Vorfluter oder versickern. Das würde durch eine Versiegelung der Fläche unterbunden.

Aber während der Bauphase muss die derzeitige Bodenabdeckung geöffnet werden. Für diese Phase möchte der Entwickler vom Altlastenrisiko freigestellt werden. Der Städteregionsrat empfiehlt dem Städteregionstag einer entsprechenden vertraglichen Regelung zuzustimmen. Damit würde die Städteregion für eventuell notwendig werdende Sanierungen im Untergrund haften und die Kosten einer Sanierung übernehmen, deren Höhe nicht vorausgesagt werden können.

Um das Risiko für die Städteregion zu reduzieren, verpflichtet sich der Projektentwickler im Vorfeld und auf eigene Kosten vor Baubeginn mit Rammkernsondierungen die Fläche zu untersuchen. Die Städteregion gibt dazu das Untersuchungsraster vor. Werden dabei sanierungsbedüftige Altlasten gefunden, müsste neu verhandelt werden, wie die Firma Krings und die Städteregion aus ihrer Vereinbarung wieder aussteigen könnte.

Grundsätzlich begrüßt die Städteregion die Sanierung durch Versiegelung und die Reaktivierung der Gewerbebrache.

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