Plateau der Kohlbusch-Halde soll saniert werden

Gewerbepark soll erweitert werden: Kreisverkehr für Münsterbusch gefordert

Bedenken gegen das eigentliche Vorhaben gibt es an diesem Abend nicht. Neun Anwohner, zwölf Politiker und drei Vertreter der Investoren verfolgen die vorgezogene Bürgerbeteiligung zur vierten Änderung des Bebauungsplans Nr. 88.

Er umfasst das Gelände der früheren Stolberger Zink zwischen Cockerill-, Heinrichstraße und Schlossberg sowie dem Böschungshang der Kohlbusch-Halde.

Dort besteht im Bereich ehemaliger Werksbauten der Gewerbepark Münsterbusch nebst der großen Freifläche des Haldenplateaus als noch nicht sanierter Teil der Altlast. Dies soll nun mit einer kompletten Versiegelung durch die Ansiedlung neuer Betriebe geschehen.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans soll der Bestand des Gewerbeparks gesichert und die Freiflächen flexibel nutzbar für eine Gewerbeansiedlung werden. Die 1995 rechtskräftig gewordene alte Bauleitplanung sah auch die Möglichkeit einer Ansiedlung von Industrie vor. Der neue Bebauungsplan verbessert in dieser Hinsicht für die Anwohner die Möglichkeiten. Mittels unterschiedlicher Bereiche der Abstandsregelung werden die Nutzungsmöglichkeiten reglementiert, wie Vertreter der Verwaltung und eines Planungsbüros erläuterten.

So sollen in dem Abschnitt nahe der Gärten der Bebauung an der Ecke von Heinrich- und Cockerillstraße nur nichtstörendes Gewerbe erlaubt sein. Auf dem weiteren Gelände sollen die Abstandsklassen VII und nur in einem kleineren Kernbereich auch die Abstandsklasse VI gelten. Dies entspricht Lärm, der von einer Schlosserei in 100 Meter Entfernung (VII) bzw. einer Zimmerei in in 200 Meter Entfernung (VI) ausgehen kann. Die Gewerbebetriebe sollen bis zu 16 Meter hoch das Geländeniveau überragen dürfen.

Über diese Trasse soll vom Schlossberg aus eine dritte Zufahrt in den Gewerbepark erschlossen werden, forderten Anwohner. Foto: Jürgen Lange

Größere Sorgen bereitete Anliegern und Politikern dagegen die zukünftige Verkehrsentwicklung. Die Kreuzung der Mauer- und Cockerillstraße (K 13 / L 221) müsse zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden, lautete die Forderung, die sich aber nur an Städteregion und Landesbetrieb als zuständige Straßenbaulastträger richten kann.

Bereits heute sei dieser Knoten überlastet. Zu Spitzenzeiten „kommen wir nicht einmal mehr aus unseren Garagen heraus“, beschrieben Anlieger die Situation. Die Politik mahnte, dass weitere Entwicklungen in die Betrachtung der Verkehrsgutachter einfließen müssen. Mit dem bei Eilendorf entstehenden Stolberger Anschluss an die Autobahn A44 wird eine erhebliche Zunahme des Verkehrs erwartet. Zudem wird gegenüber dem Gewerbepark das Zincoli-Gelände als Gewerbestandort entwickelt.  Weiterhin soll auf dem früheren Dohmen-Gelände zwischen Cockerillstraße und der Kleingartenanlage eine neue Siedlung mit rund 70 Wohneinheiten entstehen. Aus Sicht der Münsterbuscher wird mit dieser Summierung von Verkehrsaufkommen die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes völlig überschritten.

Darüber hinaus wurde angeregt, neben der geplanten zweiten Erschließungstraße im Bereich der heutigen Feuerwehrzufahrt und dem bestehenden Haupttor des Gewerbeparkes nahe dem Fettberg eine dritte Erschließungsstraße in das Gewerbegebiet zu legen: Am Schloßberg besteht eine Trasse, die vorbei am Auffangbecken der Teerlinse auf das hintere Plateau führt. Sie müsse nur entsprechend ertüchtigt werden. Selbst wenn sie nur Pkw-Verkehre aufnehmen würde, könnten so die Hauptzufahrten entlastet werden. 

Satzungsbeschluss Ende des Jahres 

Diese Anregungen aus der vorgezogenen Bürgerinformation sollen gemeinsam mit den Eingaben der Träger öffentlicher Belange in etwa drei Monaten durch den Ausschuss für Stadtentwicklung bewertet und abgewägt werden, so dass der Stadtrat im Mai oder Juli die Offenlage der Bauleitplanung beschließen kann, in deren Rahmen einen Monat lang weitere Eingaben möglich sind. Mit einem Satzungsbeschluss könne bei gutem Verlauf zum Ende dieses Jahres gerechnet werden.

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