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Pfadfinder Stamm Stolberg

Pioniere im Rheinland : Der Stamm Stolberg feiert 90. Geburtstag

Allen Grund zu feiern hatten die Pfadfinder der DPSG (deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) Stamm Stolberg am vergangenen Wochenende: Seit stolzen 90 Jahren gibt es die Pfadfinder in Stolberg.

Damit gehört dieser Stamm zu den ältesten Stämmen der DPSG. Nach der Gründung der Weltpfadfinderbewegung wurden im Jahr 1928 die ersten katholischen Pfadfindergruppen gegründet. Ein Jahr später, am 7. Oktober 1929, fand ein Treffen auf dem Altenberg statt und es schlossen sich viele Stämme zur heutigen DPSG zusammen. Sie wurden mit 800 Mitgliedern im katholischen Jungmännerverband aufgenommen und wuchsen bereits in den 30er Jahren auf 9000 Mitglieder an. Die DPSG verband die bis dahin vorhandenen einzelnen Pfadfindergruppierungen und schaffte eine gemeinsame pädagogische Basis mit gemeinsamen Zielen und Anschauungen.

Als erster DPSG Stamm im Rheinland wurde im Jahre 1929 auch der Stamm Büsbach in Stolberg, aus einer Wandergruppe des Jungmännervereins, gegründet. Im Jahr 1938 wurde die DPSG von der Gestapo des Nationalsozialistischen Regimes aufgelöst und verboten. Den Nationalsozialisten missfiel vor allem die internationale Ausrichtung der Pfadfinder. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Verband im Jahr 1945 aber wieder aufgebaut und setzte seine Jugendarbeit fort.

So konnte jetzt das 90-jährige Bestehen im Pfadfindergarten in der Buschmühle gefeiert werden. Eröffnet wurde das Stammesfest von den beiden Vorsitzenden Mats Müller und Jan Roufs, die betonten, dass dieses Fest und die Pfadfinderarbeit ausschließlich durch das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer möglich sei. Getreu dem Motto „Einmal Pfadfinder immer Pfadfinder“ hatten sich neben den aktiven Mitgliedern auch viele ehemalige Pfadfinder sowie der Freundes- und Fördererkreis in der Buschmühle zusammengefunden, um den 90. Geburtstag zu feiern.

Aktuell besteht der Stamm Stolberg aus 75 Kindern und Jugendlichen sowie 15 Leitern. Diese sind nach Altersstufen in sieben Trupps aufgeteilt. Die Kinder und Jugendlichen haben während ihren Gruppenstunden verschiedene Aufführungen einstudiert und diese dann vor den rund 250 Gästen im Pfadfindergarten aufgeführt. Den Anfang machten die Jüngsten (Wölflinge) mit einem selbst gedichteten Songtext und einem dazu einstudierten Tanz. Darauf folgten die älteren Stufen mit einer ausgedachten TV-Show (Juffis), einem Jeopardy-Quiz (Pfadis „M’obst“), einer Zaubershow (Pfadis „Atsch“) sowie einer musikalischen Aufführung (Rover „Mübu“).

Auch Kurat Hans-Rolf Funken ließ es sich nicht nehmen, mit seinen Pfadfindern zu feiern. Für viele schöne Erinnerungen sorgte der Freundes- und Förderkreis (FFK) des Stammes Stolberg, der eine Bildreihe der Entstehung der Pfadfinder in Stolberg zeigte. Der FFK hat sich zum Ziel gesetzt, den Stamm bei seiner Arbeit aktiv zu unterstützen und kümmert sich auch um finanziell weniger gut gestellte Mitglieder, um diesen die Teilnahme an Lagern und Ausflügen zu ermöglichen.

Natürlich dufte auch ein großes Lagerfeuer nicht fehlen: Die Rover „Obst“ entzündeten eine hierfür selbstgebaute Statue. Begleitet wurde das Entzünden von der Band „SolidWax“. Zum Abschluss wurde bis tief in die Nacht mit Gesang und Gitarre gefeiert – so, wie es sich für einen klassischen Pfadfinderabend gehört.