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Stolberg: Persiflagen zum Schmunzeln

Stolberg : Persiflagen zum Schmunzeln

Sichtliche Freude hatten nicht nur die vielen Zuhörer, die am Donnerstagabend den Weg in die Pfarrkirche St. Lucia gefunden hatten, sondern auch die beiden Interpreten, die zum närrischen Orgelkonzert zugunsten des Orgelneubaus auf der Mühle eingeladen hatten.

Pünktlich um 20.11 Uhr unterbrach Hermann-Josef Schulte auf dem Orgelpositiv im Chorraum seinen Amtskollegen von der Finkenbergkirche beim Spiel der „d-moll Toccata” von Johann Sebastian Bach auf der großen Orgel, um mit karnevalistischen Einlagen die musikalische und ökumenische Karnevalszeit einzuläuten.

Es folgte ein improvisiertes Choralvorspiel zu einem Kirchenlied, das Gunter Antensteiner auf der kleinen Orgel im barocken Stil spielte, dem Herrmann-Josef Schulte auf seiner Tuba „Ach, wär ich nur ein einzig Mal” , einen Liedwunsch aus dem Publikum, entgegenstellte.

Seit diesem Konzert weiß man nun auch, dass für manche Stücke, die man bisher irrtümlich der Folklore zugeordnet hat, der 21. missratene Sohn Johann Sebastian Bachs, nämlich P.D.Q. Bach verantwortlich zeichnet, dessen so genannte „Toot-Suite” für vierhändige Dampfcalliope sofort erkennen ließ, woher der Wind in dieser vorlauten Präsuite wehte.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Zeitreise des Karnevalsschlagers „Mer losse dr Dom en Kölle”. Mit Geige und großer Orgel zeigten die beiden Organisten, wie viele Facetten man einem einzigen Musikstück abgewinnen kann. Vorgetragen in siebenfacher Variation, wurden Kompositionen anderer namhafter Komponisten mit dem Thema gepaart und den Gegebenheiten permanent wechselnder Musik angepasst.

Ob Mozarts Kleine Nachtmusik, Brahms Ungarischer Tanz, ein Walzer nach Johann Strauß oder Dixieland-Rhythmus: Der Bläck-Fööss-Song war mit jedem einzelnen Musikstück kompatibel, und die liebevolle Persiflage erzeugte ein Schmunzeln in den Gesichtern der Zuhörer.

Nicht enden wollender Applaus verschaffte dem Publikum noch eine Zugabe. Es war deutlich zu spüren, dass Lefébure-Wélys „Sortie”, eine Kirmesmusik vom Feinsten, allen Anwesenden Freude bereitete und den Abend überaus vergnüglich beendete. Ein mehr als gelungener musikalischer Karnevalsauftakt.