Pavillon Venwegen Alte Schule

Auflösung des Fotorätsels : Venwegens Alte Schule blickt auf wechselvolle Geschichte

1936 wurde an der Mulartshütter Straße auf einem Waldgrundstück Venwegens neue Schule errichtet. Ein erforderlicher dritter Klassenraum entstand 1965 als man auf dem Schulhof einen Pavillon errichtete. Dieser Pavillon ist inzwischen beseitigt worden und musste einem Neubau weichen.

Der Neubau war erforderlich geworden, weil die Bausubstanz des barackenähnlichen Pavillons schweren Schaden erlitten hatte und nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entsprach. Nach der Schließung der Schule im Jahr 2006 war der Pavillon als Trainingsraum für den Venwegener Karnevalsverein, dem Kinderballett und der Gruppe Zumba genutzt worden. Denn um das Weiterbestehen der ehemaligen Schulgebäude kümmert sich seit 2006 der Verein „Alte Schule". Er hat das Gebäude der Venwegener Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung gestellt.

Denn auch Venwegens Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG) nutzt das alte Schulhaus für ihre Zwecke. Der Trägerverein hat in dem ehemaligen Schulgebäude, das unmittelbar am Waldrand liegt, unter anderem einen Offenen Jugendtreff, eine Bücherei und eine Küche eingerichtet. Desweiteren werden Veranstaltungen organisiert und durchgeführt, die als Kartoffelfest, Ferienspiele, Leseabende und Kindersachenflohmarkt bezeichnet werden.

Die vielfältige Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes gibt Anlass, kurz Venwegens Schulgeschichte zu beleuchten. 1826 kaufte die Gemeinde Kornelimünster (Venwegen gehörte bis 1972 zu Kornelimünster) an der Vennstraße ein Wohnhaus mit Stall und Scheune, um dort eine Schule einzurichten. In der Folgezeit wurde die erweiterte Scheune als Unterrichtsraum und das Wohngebäude als Dienstwohnung für den Lehrer genutzt. 1870 wurde auf dem Nachbargrundstück eine neue, größere Schule erbaut: aber immer noch einklassig.

1936 fand die Schulraumnot ein Ende

Als 1898 eine zweite Schulklasse hinzu kam, wurde auch das daneben liegende alte Schulgebäude, das man zwischenzeitlich für andere Zwecke vermietet hatte, nach einem Umbau wieder in Betrieb genommen. Die Schulraumnot fand ein Ende, als 1936 an der Mulartshütter Straße wie eingangs berichtet, ein neues Schulgebäude errichtet wurde. Venwegen ist mir rund 1500 Einwohner seit 1972 Stolbergs westlichster Stadtteil.

Der erste bekannte Einwohner war Franco von Venweghe, genannt von Hoistade. Venwegen ist ein Straßendorf, erstmals erwähnt 1303. Die Besiedlung erfolgte entlang einer wichtigen Straße, die von Kornelimünster ins Hohe Venn führte. Daher der Ortsname, der schlicht und einfach „Vennweg" bedeutet. Der älteste Hof ist das landwirtschaftliche Anwesen „Hönigerhof". Dort hatte vermutlich der örtliche Verwalter des Abtes von Kornelimünster seinen Sitz. Er war der Hauptmann einer „Hunnschaft": daher der Name Hönigerhof. Schließlich hat Venwegen bis 1802 ähnlich wie Büsbach oder Gressenich zum „Münsterländchen", dem Herrschaftsbereich der Abtei Kornelimünster gehört.

Im Jahr 2000 wurde auf dem neu eingerichteten Dorfplatz am Brigidaweg ein mit dem Korneliushorn und der Plakette „1303 Venweghe" verzierter Gedenkstein aufgestellt. Das 700-jährige Ortsjubiläum wurde dann drei Jahre später mit einem ökumenischen Gottesdienst, einem Festabend im Bürgerhaus, einer Oldtimer- und Kutschenparade sowie einer Präsentation, bei der Pferde beim Holzrücken und Hufbeschlag zum Einsatz kamen, gefeiert.

(doe)
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