Stolberg: Paten für Flüchtlingshilfe gesucht

Stolberg: Paten für Flüchtlingshilfe gesucht

Die große Flüchtlingswelle, die Anfang Januar auf Stolberg zurollte, ist inzwischen abgeebbt. Mit ihr hat sich auch etwas Routine in die Flüchtlingshilfe eingeschlichen. Viele Menschen hatten sich zwar damals gemeldet, um zu helfen; doch so langsam ebbt eben auch die Welle der Helfenden ab.

Dass derzeit weniger Flüchtlinge in der Kupferstadt ankommen, bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch weiterhin Hilfe benötigt wird. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Flüchtlinge in Stolberg ankommen, sich wohlfühlen und integrieren können.

„Wir sind sehr auf die Unterstützung von Ehrenamtlern angewiesen“, sagt Edeltraud Krieweth vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Sie und ihre Kollegin Katja Buchstaller kümmern sich um all die Ehrenamtler, die sich für Flüchtlinge stark machen wollen. Und das kann ganz unterschiedlich aussehen.

Der SkF sucht und vermittelt nach wie vor ehrenamtliche Mitarbeiter für verschiedene Projekte. Möglich wäre eine generelle Patenschaft für Flüchtlinge, Konversationskurse, in denen einfach ein bisschen Deutsch geübt wird, Nachhilfe in Deutsch und Mathematik für Flüchtlinge mit Schulplätzen in Grundschulen, internationalen Klassen oder Regelklassen, sogenannte Gesundheitslotsen für die Begleitung schwangerer Flüchtlingsfrauen, Lehrkräfte für verschiedene Deutschkurse mit und ohne Computerunterstützung, aber auch Ehrenamtler für kreative Angebote wie beispielsweise Näh- und Strickkurse.

„Wir haben bislang tolle Erfahrungen mit Ehrenamtlern gemacht“, sagt Krieweth. Daher möchte der SkF nun eine zweite Welle entfachen. „Am Anfang haben sich so viele Menschen an den unterschiedlichsten Stellen gemeldet, dass nicht alle erfasst werden konnten“, sagt Geschäftsführerin des SkF, Margit Schmitt. Wer also noch helfen möchte, sei gerne willkommen.

„Die Ehrenamtler können mit den unterschiedlichsten Ideen zu uns kommen. Wir versuchen in Gesprächen herauszufinden, welche Aufgabe ihnen liegt, wie sie zeitlich eingebunden werden können und welche Flüchtlinge oder Familien zu ihnen passen“, sagt Krieweth. Schwerpunkte seien die verschiedenen Sprachangebote. Um Deutschkenntnisse zu vermitteln, müsse man jedoch nicht auch zwangläufig Lehrer sein. „Jeder ist als Ehrenamtler willkommen“, sagt Krieweth. Zwar gebe es eine Altersbeschränkung ab 21 Jahren, aber das habe mit zeitlichen Gründen und auch mit Lebenserfahrung zu tun, die man für Aufgaben wie Amtsgänge, Begleitung zu Arztterminen oder Hilfe bei Formularen brauche. Auch eigene Ideen seien erwünscht.

Um auch von den Erfahrungen anderer Paten zu profitieren, gebe es zudem ein regelmäßiges Treffen im SkF, bei dem Erlebtes, Ideen und Geschichten ausgetauscht werden können.