Stolberg-Velau: Passionskrippe lockt in die Pfarrkirche St. Franziskus

Stolberg-Velau: Passionskrippe lockt in die Pfarrkirche St. Franziskus

Ungewöhnlich — zumindest in unserer Region — ist die Krippendarstellung, die derzeit in der Velauer Pfarrkirche St. Franziskus gezeigt wird. Dort wird nämlich noch bis Christi Himmelfahrt eine Krippe präsentiert, die nicht als Weihnachtskrippe die Geburt Jesu zeigt, sondern sich als Passionskrippe mit dem Leiden und Sterben Jesu beschäftigt.

Entstanden ist die orientalische Krippendarstellung, deren Vorbild die um 1800 entstandene Passionskrippe im österreichischen Ort Götzens ist, im Frühjahr 2013. Damals wurde die vom österreichischen Krippenbauer Erwin Leitner hergestellte Darstellung, die aus mehr als 90 Sperrholzfiguren, zahlreichen Gebäuden im Miniaturformat und detailreich modellierten Landschaftsformen besteht, erstmals gezeigt.

Die aus drei Teilen bestehende Krippe zog am Wochenende zahlreiche Besucher an. Nicht verwunderlich, denn Passionskrippen sind ansonsten nur in Bayern, Österreich und der Schweiz anzutreffen. Demnach darf die Velauer Kirchengemeinde St. Franziskus für sich das Privileg in Anspruch nehmen, dass sie die einzige und alleinige Passionskrippe im katholischen Bistum Aachen präsentiert.

Denn Schwerpunktregion dieser Darstellungsart ist ansonsten Tirol, wo sich in den vergangenen Jahren Pfarrer Dawit Meshginna und Gemeinderatsvorsitzender Gerd Düppengießer mit Passionskrippen vertraut gemacht haben. Dieses Kennenlernen und Begutachten führte dazu, dass die Stolberger im Herbst 2011 bei Leitner, der in St. Jakob in Deffereggen (Österreich) ansässig ist, eine solche Krippe in Auftrag gab.

Um die Krippe herstellen zu können, hat der österreichische Experte Ausschnittbögen auf Sperrholz übertragen, die korrekt den Formenreichtum der historischen Krippe aus Götzens wieder geben. Wenn die Krippe gerade nicht in dem Velauer Gotteshaus gezeigt wird, ist sie raumsparend in drei Teile zerlegt. Aus drei Teilen besteht auch der gemalte Hintergrund, der die Szenerie, die von 22 Bildern geprägt ist, die sich schwerpunktmäßig um den Kreuzweg Jesu drehen, wirkungsvoll einrahmt.