Parkplatzsituation am Wilhelmbusch weiter ein Problem

Situation am Wilhelmbusch: Eine Lösung für den Parkplatz wird weiterhin gesucht

Die Situation am Mittwochnachmittag spiegelte die Realität nicht wider – waren sich die Anwohner am Wilhelmbusch sicher. Nur wenige Autos belegten die vorhanden Parkplätze. Allerdings hätten zu diesem Zeitpunkt auch die Arztpraxen geschlossen.

Banken, Bäckereien und eben auch Arztpraxen würden dafür sorgen, dass am Wilhelmbusch stets ein hohes Verkehrsaufkommen herrsche. Die Konsequenz: Für die Anwohner bleibe so kein Platz zum Parken übrig. Da sei das Chaos programmiert und die Parksituation ein grundliegendes Problem, war man sich sicher.

Um sich von der Situation ein Bild zu machen, trafen sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) – auf Bitten der Anwohner – nun vor der Sitzung zum Ortstermin. Ganz einfach gestaltete sich die Suche nach einer Lösung allerdings nicht. Problematisch sei vor allem der hintere Bereich der Straße. Dort seien neue Markierungen nämlich nicht zulässig. Wenn ein kleines Fahrzeug dort abgestellt werde und die entsprechenden Abstände einhalte, gebe es dafür kein Knöllchen, bestätigte die Verwaltung. Auf diese Weise könne man möglichst viele Parkflächen ermöglichen.

Die Anwohner hielten allerdings dagegen, dass es dennoch immer wieder vorkomme, dass Protokolle verteilt würden. Das resultiere allerdings daraus, dass es auch immer wieder Beschwerden von Anwohnern gebe, auf die man natürlich reagieren müsse, erklärten Birgit Nolte und Marcel Poqué vom Amt für Recht, Sicherheit und Ordnung.

Dass es am Wilhelmbusch ein Parkplatzproblem gibt, ist nicht neu. Erst im Frühjahr vergangenen Jahres kochte die Situation hoch. Daraufhin präsentierte die Verwaltung eine Lösungsmöglichkeit. Laut der waren neben acht Stellplätzen im oberen Bereich zusätzliche drei Parkplätze im Teilstück bergauf angedacht.

Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt schauten sich die Situation nun vor Ort an. Foto: ZVA/Sonja Essers

Seinerzeit hatte vor dem Hintergrund der andauernden Diskussion über mangelnden Parkraum im Ortskern sowie auf Anregung von Anwohnern das Ordnungsamt reagiert und eine Sperrfläche zugunsten von zwei zusätzlichen Stellplätzen entfernt. Aber einer davon, der neue Parkplatz in der Spitze des überbreiten Kreuzungsbereiches, rief wiederum andere Anwohner auf den Plan. Durch den Parkplatz in der Kurve werde die Verkehrssicherheit gefährdet, hieß es.

Zudem sei er nicht zulässig, da er weniger als fünf Meter vom Scheitel der Kreuzung entfernt liege. Diese Regelung greife aber nicht in verkehrsberuhigten Bereichen, erklärte die Verwaltung auf Anfrage. Diese hatte nach einer weiteren Ortsbesichtigung den neuen Parkplatz wieder entfernt.

Letztlich beauftragte der Verkehrsausschuss in diesem April die Verwaltung, ein Parkraumkonzept für den Wilhelmbusch zu erstellen.

Beim Ortstermin am Mittwochnachmittag wurden mehrere Lösungsvorschläge diskutiert. Dabei kam auch immer wieder das Thema Spielstraße auf sowie die Frage, ob diese Bezeichnung überhaupt nötig sei. Würde diese aufgehoben, würde jedoch auch das vorgeschriebene Tempolimit von sieben km/h entfallen, erklärte Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Diesem Argument hielten die Anwohner allerdings entgegen, dass auch zum jetzigen Zeitpunkt bereits regelmäßig Raser die Straße passieren würden.

Röhm führte jedoch noch ein weiteres Argument an: Ein Wegfall der Spielstraße würde zudem nämlich zulasten der Gehwege gehen. Schließlich würden dann die Markierungen komplett wegfallen. So hätte man dann mehr Parkflächen, das grundsätzliche Problem – das Besetzen der Parkplätze von Menschen, die nicht am Wilhelmbusch wohnen – wäre damit allerdings nicht gelöst, waren sich die Anwohner sicher. Sie schlugen vor, das Thema Anliegerstraße aufzugreifen. Doch diesbezüglich hatte sich der ASVU bereits festgelegt. In Stolberg soll es diese Möglichkeit nicht geben. Eine Lösung, die beide Seiten zufriedenstellt, muss also weiterhin gefunden werden. Immerhin soll nun bei der Polizei nachgefragt werden, ob diese am Wilhelmbusch Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Damit wenigstens das Problem mit den Temposündern erledigt ist.