Blues erzeugt pures Gänsehaut-Feeling: Open Air Rockfete „Rockballast“ im Schatten der Stolberger Burg

Blues erzeugt pures Gänsehaut-Feeling : Open Air Rockfete „Rockballast“ im Schatten der Stolberger Burg

Im Schatten der Stolberger Burg - und das nicht nur im übertragenen Sinne - trafen sich am Samstagabend Fans und Freunde guter Live-Musik zum 18. Mal zur Open Air Rockfete „Rockballast“.

Während die Überdachung die Musiker diesmal nicht vor möglichen Regengüssen, sondern eher vor der gleißenden Sonne schützen musste, ließen die drei geladenen Bands mit einer mitreißenden Mischung aus (Blues-) Rock, Reggae, Blues und Pop den über ihnen wachenden Flankierungsturm erbeben, während die Besucher am Burghaus der KG Fidele Zunfthäre ausgelassen mitfeierten.

Die in Aachen gegründete siebenköpfige Band „SinFronteras“ des aus El Salvador stammenden Songwriters Juan Pablo Raimundo musste krankheitsbedingt auf drei Mitglieder verzichten, was aber ihre Präsentation in keinster Weise beeinträchtigte. Mit Eigenkompositionen, deren meist sozialkritische Texte sich mit „Problemen des Landes beschäftigen aus dem ich komme“, so Raimundo, konnten sie gleichermaßen überzeugen wie mit bekannten lateinamerikanischen Songs anderer Künstler. „Corazon Espinado“ von Santana, bei dem diesmal das legendäre Gitarrensolo von der Posaune übernommen wurde, war dafür nur ein Beispiel.

Schon der Name „SinFronteras“ - ohne Grenzen - der bewusst zusammen geschrieben wird, versinnbildlicht, dass die Band in Sachen Musik grenzenlos unterwegs ist.

Pures Gänsehautfeeling

Mit Volldampf ging es im Anschluss mit der Düsseldorfer „Full Steam Ahead Band“ weiter. Dass hier Musiker zusammen gefunden haben, die „eine unbändige Lust auf Blues und Rock haben“, war schon nach den ersten paar Takten offensichtlich. Und die markante Stimme von Sänger Ralf, die durch die Gassen der historischen Altstadt dröhnte, unterstützt von typischen Blues-Instrumenten wie Harp und Slide-Gitarre, erzeugte pures Gänsehautfeeling.

Ob Blues oder Bluesrock - stets trieben die Musiker die Stimmung mit „Volldampf“ voran. Auf diese Weise vorgewärmt und unterstützt von der erfahrenen Coverband „Don‘t stop“, die sich bereits seit 2001 mit ihrem umfangreichen Repertoire von BAP bis Hot Chocolate, von den Beatles bis Silbermond, für zahlreiche Musikevents empfohlen hat, konnte das traditionelle Fetenfinale nur noch ein Highlight werden. Die Band, die mittlerweile schon oft in der Kupferstadt zu Gast war, ließ es bei ihrem ersten Open Air Auftritt in Stolberg richtig krachen und das begeisterte Publikum konnte nicht anders als mit zu tanzen und zu singen.

Dermaßen eingestimmt feierten sicherlich viele Besucher nach dem Ende der Veranstaltung noch in den Lokalen und Gassen der Altstadt weiter. Und das, so erzählt Festivalmitbegründerin Marita Matousek, war vor 17 Jahren auch genau die Gründungsabsicht des Events: „Wir, das heißt der vor drei Jahren leider verstorbene Erwin Görres, und ich, hatten die Idee die wunderschöne Altstadt zu beleben und die Leute zur Burg zu bringen“. Eine tolle kulturelle Initiative, die vergangenen Samstag auf jeden Fall wieder einmal gelungen ist.

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