Stolberg: Ökumenisches Gemeindezentrum: Nutzungsvertrag unterzeichnet

Stolberg: Ökumenisches Gemeindezentrum: Nutzungsvertrag unterzeichnet

Dass das Interesse an dem „Abend der Begegnung“ im Gemeindezentrum an der Frankentalstraße groß gewesen ist, verwunderte nicht. Zahlreiche Menschen wollten miterleben, wie ein Stück moderner Kupferstädter Geschichte geschrieben wird.

Sie wohnten dem historischen Moment bei, in dem der evangelische Pfarrer Jens Wegmann und der katholische Pfarrer Hans-Rolf Funken den Vertrag für die gemeinsame Nutzung des neuen Ökumenischen Gemeindezentrums unterzeichneten. Pfarrer Andreas Hinze (ev.) sprach von einer bedeutenden Station der Ökumene in Stolberg und sagte:

„Ich wünsche mir, dass wir mit Fröhlichkeit und Leichtigkeit aufeinander zugehen und neugierig aufeinander sind.“ Dem pflichtete Funken bei, der die Einmaligkeit der Kooperation in ganz Deutschland hervorhob. Auch wenn beide Seiten von der gemeinsamen Nutzung des Zentrums mitten im Schmelztiegel der Stadt wirtschaftlich profitieren würden, sei das wichtigste an dem Haus die Begegnung. Deutlich betonte Funken, dass „alle Menschen beider Gemeinden in dem neuen Zentrum einen Platz, alle Gruppierungen ein zu Hause finden können.“

Wie seine Vorredner unterstrich Wegmann das bisherige konstruktive Miteinander, als er kurz die Entstehungsgeschichte des Ökumenischen Zentrums der Evangelischen Kirchengemeinde Stolberg und der katholischen Großpfarre St. Lucia umriss. Er erklärte, künftig werde ein paritätisches Kuratorium als Vermittlungs- und Lenkungsstelle dafür Sorge tragen, dass die Räumlichkeiten gleichberechtigt Gruppen beider Gemeinden für Veranstaltungen und Feste zur Verfügung stehen und auch wie bisher angemietet werden können. Neben Wegmann und Funken gehören dem Kuratorium Dirk Stock und Karl-Gottfried Freyberger von evangelischer sowie Gerd Düppengießer und Helmut Gottfried von katholischer Seite an.

Doch bevor Jugend- und Seniorentreffs, Frauenhilfe, Kommunions- und Konfirmationsgruppen, Kirchenchöre, Bibelkreise, Selbsthilfegruppen und mehr das Gebäude mit ökumenischem Leben füllen erfolgen bauliche Maßnahmen, die Diplom-Ingenieur Christoph Baumanns und seine Mitarbeiterin Silke Brumberg vorstellten. Nachdem eine Bauanfrage für das vordere Grundstück positiv beschieden wurde, sieht die Planung vor, dort ein neues Pfarr- und Verwaltungsgebäude zu errichten.

Flexible Raumkonzepte

Doch auch am Bestand soll sich einiges ändern, so werde für das Gemeindezentrum etwa eine Nutzungsänderung zur Versammlungsstätte gestellt, dem Brandschutz mehr Rechnung getragen und energetische Investitionen geprüft. Im Erdgeschoss soll der größte Raum mit einer mobilen Trennwand versehen und so variabler genutzt werden können, ein Abstellraum für mobile Garderoben weitere Flexibilität ermöglichen und die Gruppenräume mit neuen Medien ausgestattet werden. Im Obergeschoss werde unter anderem der Versammlungsraum neue Sanitäranlagen und ein neues Lüftungssystem erhalten.

Im Frühjahr 2014 sollen die Baumaßnahmen beginnen. Die Nutzung des Rolandshauses bliebe damit noch rund zwei Jahre unverändert, und danach werde dieses Objekt nicht veräußert, sagten Funken als Vorsitzender des Kirchenvorstands und sein Stellvertreter Paul Kirch.

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