Stolberg: Obersteinstraße: Vergessene Drainage verdoppelt Baustelle

Stolberg: Obersteinstraße: Vergessene Drainage verdoppelt Baustelle

Dem gerne gewählten Vergleich mit dem Filmklassiker „River Kwai Bridge” wird die neue Fußgängerbrücke über den kleinen Arm des Münsterbachs zwischen Spinnereistraße und Hamm auch am Tage ihrer Fertigstellung gerecht. Schwere Handarbeit ist noch einmal gefordert von den Mitarbeitern des beauftragten Tiefbauunternehmens.

Mit schweren Wasserbausteinen müssen sie in den Windungen des Flusses noch nachträglich die Böschungen absichern. Per Schubkarre werden die Granitblöcke auf die Brücke gefahren, von Hand in den Bach geworfen und dort fachgerecht am Ufer drapiert. 4,5 Tonnen Wasserbausteine finden so ihren Platz im Bachlauf...

Aber das Brückenbauwerk ist ab sofort benutzbar. Immerhin hat es satte acht Monate gedauert, die ursprüngliche Brücke aus Nachkriegszeiten abzureißen, ihre Widerlager aus Gründen des Hochwasserschutzes um 80 Zentimeter höher zu legen und einen barrierefreien Zugang für die Stahlkonstruktion zu schaffen. Die mit rund 120.000 Euro kalkulierte Baumaßnahme beschwerte der Stadt eine Reihe von Überraschungen.

Alleine schon die Suche nach und Neuverlegung von Leitungen der Versorgungsträger nahm Monate und mehrere Anläufe in Anspruch. Durch umfangreiche Umwege beansprucht wurden während der Bauzeit Spaziergänger und Radfahrer. Die Verbindung zwischen Kohlbusch und Atsch funktionierte nur via Schneidmühle und Dreieck oder über Nepomucenusmühle und vorbei am Sportplatz Hammstraße; aber selbst diese Route war wegen Baumfällarbeiten im Frühjahr wochenlang unpassierbar.

Doch ab sofort steht die wichtige und nun besonders bequeme Brücke als mittlere Verbindung zwischen Kohlbuch und Atsch über die Spinnereistraße der Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung. Neben der Rechnung steht bislang lediglich noch die offizielle Einweihung durch Vertreter von Rat und Verwaltung aus.

Mit Überraschungen wartete auch eine neue Tiefbaumaßnahme in Büsbach auf. Im Auftrag der Städteregion beseitigt das Stolberger Unternehmen Kutsch die Absenkungen in der Obersteinstraße (K 22) in Höhe des Regenüberlaufbeckens nahe der Elgermühle. Doch bei näherem Hinsehen war es mit einer einfachen Ausbesserung der Fahrbahndecke nicht mehr getan. Die Absackungen hatten eine tiefgründigere Ursache. Und deren Beseitigung wird wohl auf Kosten der Stadt zu erfolgen haben.

Im Detail sind die Setzungen in einer alten Drainageleitung begründet, die beim Bau des Regenrückhaltebeckens im Jahre 1996 gelegt, deren Beseitigung bei der Fertigstellung aber vergessen wurde, bestätigte Fachbereichsleiter Bernd Kistermann Informationen unserer Zeitung, so dass es immer wieder zu Ausspülungen kam. Die fallen um so gravierender aus, weil der Bereich unterhalb des Felshangs von zahlreichen Quellen durchzogen ist.

Nun wird die Baustelle mindestens eine weitere Woche für eine Vollsperrung des Obersteins im Bereich Elgermühle sorgen. Denn die vergessene Drainage muss beseitigt und eine neue gelegt werden, die das Quell- und Grundwasser an dem gut 70 Meter langen Rückhaltebecken vorbeiführt und in die Kanalisation mündet. Dazu muss auch die zweite Fahrspur bis in eine Tiefe von 3,50 Meter aufgebrochen und eingeschalt werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fahrbahndecke in dem Bereich gefräst und mit einer neuen Verschleißschicht versehen.

Absenkung auch in Landesstraße

Mit entsprechender Verzögerung von mindestens eine Woche wird die Baukolonne dann in den Schutz der Büsbacher St. Hubertuskirche vorrücken. Auch dort, mitten im Kreuzungsbereich der Kreisstraßen 22 und 13, ist seit der letzten Frostperiode eine Absackung aufgefallen, deren Dimensionen stetig zunimmt - in einem Maße, dass sich die Städteregion als zuständiger Baulastträger veranlasst sah, den Kreuzungsbereich mit Warnschildern zu versehen.

Die Ursache und das Ausmaß der Absackung dürften erst zu Tage treten, wenn die Firma Kutsch frühestens in der übernächsten Woche anrückt, um den Schaden zu beheben. Sie wird sich dann von der komplett gesperrten Obersteinstraße aus vorarbeiten. Während der Bauzeit wird der Verkehr dann mit Ampeln einspurig an der Baustelle vorbei von und in Richtung Breinig und Dorff geleitet.

Noch ungewiss ist derweil, ob und wann der Landesbetrieb Straßenbau als zuständiger Baulastträger eine Absenkung in der Aachener Straße (L 220) im Bereich der Münsterbachbrücke sanieren wird. Die Stadt vermutet dort einen alten Mühlenkanal.

L 221: Ab Montag wird in Richtung Friedhof saniert

Heute wird die Feinschicht aufgebracht und die Baustelle in der von-Coels-Straße (L 221) zwischen Bayerhaus und Sebastianusstraße (L 236) abgeschlossen. Ab Montag, 6. August, saniert der Landesbetrieb Straßenbau den Abschnitt zwischen Sebastianusstraße und Friedhof Buschmühle unter Vollsperrung dieses Abschnittes. Der Friedhof Buschmühle ist dann nur über die Cockerillstraße zu erreichen.

Bis zur Einmündung des Sebastianuswegs wird die L 221 komplett erneuert. Im anschließenden Abschnitt bis zum Friedhof sind punktuelle Sanierungsarbeiten vorgesehen. Ein dritter Ausbauabschnitt in Richtung Tal ist im direkten Anschluss vorgesehen. So das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten an der Landesstraße mit dem Ende der Sommerferien am 21. August abgeschlossen sein.