1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: Notdienstpraxis ab 2005?

Stolberg : Notdienstpraxis ab 2005?

Spätestens zum 1. Januar 2005 soll es in Stolberg eine zentrale Notarztpraxis geben, die in den Räumen des Bethlehem-Krankenhauses angesiedelt ist.

Diese Einrichtung tritt an die Stelle des bislang existierenden Notdienstes, der im täglichen Wechsel von den niedergelassenen Ärzten in ihren Praxen geleistet wurde.

Unser Redaktionsmitglied Arnd Gottschalk hat mit dem Obmann der Kassenärztlichen Vereinigung in Stolberg, Dr. Bernd Kallenberg, über die Idee und über Vorteile und Nachteile der neuen Regelung gesprochen.

Was hat es mit der Idee der zentralen Notarztpraxis auf sich?

Kallenberg: Den Gedanken gibt es schon lange, in Großstädten hat man damit schon sehr positive Erfahrungen gemacht. Es gibt eine zentrale Adresse, wo die Patienten hinkommen können und die zu den entsprechenden Notfallzeiten immer besetzt ist. Meist sind diese Praxen den Krankenhäusern angegliedert, so wird es auch in Stolberg sein.

Wie ist diese Notfallpraxis personell besetzt?

Kallenberg: Es werden immer zwei Kollegen eingesetzt. Einer ist immer vor Ort, der andere hat Fahrbereitschaft.

Wie würden Sie die Vorteile der neuen Regelungen beschreiben?

Kallenberg: Ich sehe den größten Vorteil darin, dass es eine zentrale Anlaufstelle für die Patienten gibt. Sie müssen nicht mehr suchen, wer Dienst hat und wo sie diesen Arzt dann finden.

Und es ist sicherlich so, dass wir dann eine qualitative Verbesserung bringen können, weil wir einen gemeinsamen Dienst organisieren in gemeinsamen Räumen.

Wird diese Notarztpraxis auch tagsüber besetzt sein?

Kallenberg: Nein, die Notarztpraxis ist nur zu den auch jetzt üblichen Zeiten besetzt, also nachts, mittwochs und freitags nachmittags sowie am Wochenende und an Feiertagen.

Bisher gab es zwei getrennte Notdienstgebiete. Für die Einwohner der südlichen Stadtteile bedeutet das in Zukunft längere Fahrwege.

Kallenberg: Das ist richtig. Unser Gebiet geht bis Schevenhütte, das ist eine große Entfernung bis zum Krankenhaus. Aber man muss auch ganz klar sagen, dass diejenigen, die noch fahren können, in die Notfallpraxis kommen müssen. Es kann nicht sein, dass der Dienst habende Arzt rausfahren muss, nur weil der Patient kein Auto hat.

Die Notarztpraxis wird in den Räumen des Krankenhauses angesiedelt sein. Wie wird die Kooperation ablaufen? Wie ist die Arbeitsteilung, wenn Patienten Hilfe benötigen?

Kallenberg: Die Notfallpraxis wird ausschließlich betrieben durch die niedergelassenen Ärzte. Sie ist nicht Teil des Krankenhauses, sie hat nur dort ihre Räume. Es wird einen Kooperationsvertrag zwischen dem Krankenhaus und den niedergelassenen Ärzten geben. Alle Patienten, die liegend transportiert werden, werden sofort von den Kollegen im Krankenhaus behandelt. Alle anderen Patienten gehen erstmal in die Notfallpraxis. Wenn wir sehen, dass es sich um einen ernsten Fall handelt, kümmert sich dann natürlich das Krankenhaus darum.

Ab wann wird die Notarztpraxis im Krankenhaus ihren Betrieb aufnehmen?

Kallenberg: Wahrscheinlich am 1. Januar des kommenden Jahres, vielleicht schaffen wir es aber auch schon zum 1. Oktober. Wir müssen einen Plan erstellen, der wird dann von der Kassenärztlichen Vereinigung in Düsseldorf genehmigt. Dann können wir loslegen.