Stolberg-Schevenhütte: Noch einmal „großes Kino in Hollyhött“

Stolberg-Schevenhütte: Noch einmal „großes Kino in Hollyhött“

„Einer geht noch“, hätte das Motto sein können, als am Dienstag die CG Schevenhütte mit ihrem Veilchendienstagszug den letzten närrischen Lindwurm im Stolberger Stadtgebiet auf die Straßen des Wehebachtals brachte.

Ebenfalls als Motto hätte „Alles muss raus“ getaugt, denn der Umzug ist bei der Kupferstädter Bevölkerung nicht zuletzt deswegen so beliebt, weil es reichlich Kamelle und andere Süßigkeiten regnet. Doch davon abgesehen, hatte die Schevhötter Traditionsgesellschaft wieder einmal einen Karnevalszug organisiert, der viel zu bieten hatte, der bunt und sehr abwechslungsreich war.

Diese Windräder erzeugten auch bei dem Zug in Schevenhütte mehr gute Laune als regenerative Energie. Foto: Dirk Müller

Getreu dem Sessionsmotto der CG gab es „ganz großes Kino in Hollyhött“, und mehr als 20 Wagen und Fußgruppen schlängelten sich durch den von zahlreichen Jecken bevölkerten Ort und sorgten ein letztes Mal in dieser Session für Heiterkeit und rheinischen Frohsinn am Wehebach. Dazu passend hatte die CG Schevenhütte nicht nur ihre Garde und den prächtigen Karnevalswagen aufgefahren, sondern natürlich auch die „Wehebachtussies“ im Schlepp.

Eröffnet hatte den Veilchendienstagszug die Interessengemeinschaft Zweifaller Karneval, der die Närrischen Lehmjörese der KG Vicht mit ihrem großen Wagen und einer munteren Fußgruppe folgten. Aus Gressenich waren die Fidele Bessemskriemer mit mehreren Wagen angereist, von denen einer ganz der Vereinsjugend gehörte. Ebenfalls vom Omerbach kamen die bunten Clowns der Löschgruppe Gressenich der Freiwilligen Feuerwehr, die für fröhliche Stimmung sorgten.

Heitere Schlümpfe

Die heiteren Schlümpfe vom Reitstall Meyer waren nicht ohne ihren „Vadder Abraham“ mit von der jecken Partie, und die Löstigen Wölleklös selbstverständlich nicht ohne ihre Tollitäten. Die Mausbacher KG präsentierte stolz ihr Kinderprinzenpaar Marco I. (Bertram) und Celina (Bertram), die ihren Hofstaat, den „Starlight Express“, mitgebracht hatten. Ein kleiner Leuchtturm und ein weiterer Hofstaat aus zahlreichen Meeresgöttern waren die Vorboten für die erwachsene Tollität Musbichs: Auf ihrem tollen Wagen wurde Simone I. (Marcelli), die erste Prinzessin in der jecken Geschichte Mausbachs, auch in Schevenhütte vom Narrenvolk bejubelt.

Der Kirchenchor Mausbach warb erneut für seine Idee, die vielleicht auch den Liberalen-Politikern der Kupferstadt gefallen könnte. Die Sängerinnen und Sänger waren als mobile Windräder unterwegs, erzeugten damit allerdings mehr gute Laune als regenerative Energie. Mit gleich fünf unterschiedlichen Wagen beteiligte sich die KG Adler Werth an dem Straßenkarnevalsspektakel, und Mitglieder des BSC Schevenhütte gingen als lustige Zebras mit.

Für Livemusik sorgte das Trommler- und Pfeifercorps Mausbach, das daher keine Kamelle werfen konnte. Dies tat die Maigesellschaft Schevenhütte auch nicht, sondern hatte sich ein besonderes „Bonbon“ überlegt: Ihr Wagen verfügte über eine Zapfanlage, so dass die Mitglieder der Gesellschaft die Jecken am Zugrand kostenlos mit Getränken versorgen konnten.

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