Neujahrskonzert unter Gunther Antensteiner

Publikum begeistert : Neujahrskonzert unter Gunther Antensteiner

Wie vielfältig Musik sein kann und wie sie die Herzen berührt, zeigte das Brander Neujahrskonzert in der St. Donatus-Kirche. Vier Männerchöre standen gemeinsam auf der Bühne.

Vier Männerchöre, ein Profi-Sänger und zwei Instrumentalistinnen sangen und musizierten unter dem Motto „Musik verbindet“ und erfreuten mit ihren Darbietungen das Publikum.

Imposant war der Schlusschor! Knapp neunzig Männer hatten sich zum Finale formiert, um traditionelles Männerchor-Liedgut wie „Im Abendrot“ von Franz Schubert, das kroatische „Mala Moja“ oder das gesellige Weinlied „Aus der Traube in die Tonne“ von Kurt Lissmann zu Gehör zu bringen. Für die stimmgewaltigen Vorträgen ernteten sie großen Respekt. Den Auftakt gestaltete der gastgebende Männerchor als Chorgemeinschaft Humor-Harmonie Brand und MGV der Siedlergemeinschaft Stolberg-Donnerberg zum dritten Mal unter dem Dirigat von Gunther Antensteiner. In den a-cappella vorgetragenen Weisen sowie in den von Ehefrau Misun Kim begleiteten Chorwerken zeigten die Herren, dass sie den Ansprüchen gewachsen waren und brachten die Werke mit spürbarer Sangesfreude zum Ausdruck.

Zum Highlight im ersten Block wurde „Jerusalem“, eine beliebte feierliche Chorballade in der Version für Solo, Männerchor und Klavier von Stephen Adams. Solist Josef Otten beeindruckte mit strahlendem Timbre und wusste den Traum von der „heiligen Stadt“ innig umzusetzen. Selbst als der Chor in den Lobpreis auf das „irdische Himmelreich“ mit einstimmte, war der Solist noch gut zu vernehmen.

Ein großes Lob gilt auch der Pianistin, die im Hintergrund dezent begleitete. Als Gast wirkten zwei weitere Männerchöre mit, die ebenfalls als Chorgemeinschaft auftraten: Der MGV Linden-Neusen und der MGV Alsdorf zeigten unter Leitung von Pianist und Chordirektor ADC Heinz Dickmeis einen Querschnitt aus ihrem aktuellen Repertoire. Mit der Botschaft Jesu vom Reich Gottes im „Vater unser“ in der Vertonung von Hanne Haller setzten die Herren die Hoffnung auf die befreite Welt von Krieg und Gewalt fort, „nahmen die Stunden so wie sie kommen“ und träumten beim Wein davon, „noch mal zwanzig zu sein“. Afrikanische Töne schlugen sie an mit „Bonse Aba“, einem Traditional aus Sambia im Arrangement von Andrew Fischer, ein wirkungsvoller Song, der für weitere gute Laune an diesem Nachmittag sorgte. Ein Pendant zum Gesang waren die Instrumental-Darbietungen der beiden Schülerinnen Smilla Chrobok (Violine) und Femke van der Plas (Klavier).

Mit dem „Adagio g-moll“ von Tomaso Albinoni und der „Arie“ von Gabriel Marie zogen sie die Menschen in ihren Bann. Als Zugabe spielte Femke den Riesenhit „Ballade pour Adeline“. Mit russischen Weisen ging es dann im zweiten Auftritt der Gastgeber weiter. Sie sangen zunächst vom herrlichen „Baikalsee“, dem Gewässer der Superlative, wie ihn Reiner Prinz in seiner Moderation genannt hatte. Ein Hörgenuss war das Baritionsolo, mit dem Josef Otten an die sorgenfreie Zeit als Kind, das den Booten der Lachsfischer zusah, erinnerte.

Die Melodie in ihrer Schönheit immer auch ein wenig melancholisch, erschuf vor dem inneren Auge der Zuhörer das Bild eines unendlichen Flusses und trug den Träumenden hinweg bis weit in die sibirische Taiga. Der Sehnsucht nach „griechischem Wein“ folgte das „Grünen der Reben“ und das durch die Commedian Harmonists bekannt gewordene „Wochenend und Sonnenschein“. Der lang anhaltende Beifall war ein großes Dankeschön des Publikums und belohnte die Aktiven für ein Freude machendes Konzert.

(mlo)