Stolberg-Zweifall: Neugestaltung der Ortsmitte: Hasselbach soll künftig erlebbar werden

Stolberg-Zweifall: Neugestaltung der Ortsmitte: Hasselbach soll künftig erlebbar werden

Mit großem Interesse, viel Engagement, mitunter auch mit Schärfe, die nicht immer konstruktiv war, haben die Zweifaller an der Bürgerinformation teilgenommen, in der jetzt die Vorentwurfsplanung zur Umgestaltung der Ortsmitte vorgestellt wurde.

Hintergrund sind die maroden Brücken, die als Teilstück der Döllscheidter Straße und als Platz vor der alten Schule über den Hasselbach führen. Sie müssen erneuert werden, und um die wassertechnische Genehmigung dafür von der Städteregion zu erhalten, muss ein Teilstück des Hasselbachs aus ökologischen Gründen offengelegt werden.

Verwaltung und Städteregion hatten im September vergangenen Jahres zu einer Planungswerkstatt eingeladen, in der die Zweifaller in vier Arbeitsgruppen ihre Wünsche für die neue Ortsmitte erarbeitet haben, die auch den Bereich im Huck einschließt. Eine fünfte Arbeitsgruppe mit dem Stadtplaner Albert Willems hatte bereits vor der gemeinsamen Planungswerkstatt ein Konzept angefertigt.

Bei der Bürgerinformation stellte Andrea Winterscheid vom Landschaftsarchitektenbüro Winterscheid-Weidenhaupt jetzt zwei Varianten vor, die miteinander kombinierbar sind und die Gemeinsamkeiten aus der Planungswerkstatt berücksichtigen. Vor allem die Voraussetzung, dass die bisherige Nutzungen von Marktplatz und Huck auf künftig an den gewohnten Stellen stattfinden können.

Der Technische Beigeordnete, Tobias Röhm, erläuterte zwar den Charakter von Vorentwurfsplanungen, in die Kritik und Anregungen der Bürger noch einfließen können und sollen, bevor es zu endgültigen Ausführungsplanungen kommt, aber dennoch kochten die Emotionen teils hoch. Albert Willems und eine Anwohnerin verwiesen darauf, dass das Konzept der fünften Arbeitsgruppe nicht genügend in die Vorentwurfsplanung eingeflossen sei. So seien etwa die gewünschten Treppenstufen hinunter zum künftig in Teilen offengelegten Hasselbach nicht in die bisherigen Entwürfe eingeflossen.

Was allerdings in sicherheitstechnischen Aspekten und der Einhaltung der Hochwasserlinie begründet sei, wie Bernd Kistermann, Leiter des städtischen Amts für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur, begründete und darauf verwies, dass eine jetzt geplante tiefer liegende Trasse den Bach dennoch erlebbar mache.

Auch wünschten einige Anwohner weniger neue Beete und Bäume, da sie um die Pflege der zusätzlichen Begrünung fürchten. Willems wies zudem darauf hin, dass Unsicherheit über die Zukunft der Kirche in Zweifall beziehungsweise deren Nutzung gegeben sei, so dass die Einbeziehung des Kirchengeländes bei der Planung für den Huck schwierig sei.

Auf Anfrage bezifferte Röhm die Gesamtkosten der Maßnahmen, die in einzelnen Bauabschnitten erfolgen sollen, auf rund 2,8 Millionen Euro und gab für die Anwohner gleich Entwarnung, denn zu Anliegerkosten würden die Zweifaller nicht herangezogen. Diese baten die Verwaltung darum, während der Bauphase Kundenparkplätze für die Geschäfte zu erhalten, und regten an, Dauerparker mittels Anwohnerparkplätzen und Parkscheibenregelung aus dem Huck zu verbannen.

Am Ende der Bürgerinformation fasste Andreas Pickhardt, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Umwelt, den Konsens nahezu aller Anwesenden zusammen. Bevorzugt wurde Variante 1 der Vorentwurfsplanung, die vorsieht, den Hasselbach auf dem Marktplatz nicht in zwei, sondern in einem zusammenhängenden Teilstück an der Gaststätte „Zur Post“ gelegenen Hälfte des Platzes zu öffnen. Die Trasse, die den Wasserlauf erlebbarer machen soll, sahen die meisten Anwesenden aber lieber auf der Sonnenseite, wie Winterscheid in Variante 2 vorgeschlagen hat.

(dim)
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