Stolberg: Neuerungen in der Innenstadt: Passage wird komplett zum Seniorenheim

Stolberg: Neuerungen in der Innenstadt: Passage wird komplett zum Seniorenheim

Täglich rechnet man im Rathaus mit dem Eingang des Bauantrags. Die Umgestaltung der Stolberger Talachse löst offensichtlich erhofftes privates Engagement aus. Im Bereich von Stadthalle und Mühlener Bahnhof stehen Veränderungen ins Haus. Während die Kupferstadt über eine Aufwertung des Rendezvouspunktes von Bus und Bahn berät, soll nun die Stadthallen-Passsage komplett neu gestaltet werden.

Im Frühjahr gelang es der bisherigen Eigentümer-Familie Crous die Stadthallen-Passage zu verkaufen. „Neuer Eigentümer ist die Wert-Invest“, sagt Dr. Christoph M. Kösters. Der Inhaber der Intertalklinik Seniorenzentren hatte bereits zum 1. April vergangenen Jahres das Pflegeheim mit 59 Plätzen in der Passage übernommen, das der DRK-Kreisverband aus finanziellen Gründen abstoßen musste. Nun sollen seine Wünsche wahr werden. Bis ins Jahr 2018 sollen auch die derzeit leerstehenden Etagen der Passage als Pflegeheim und für betreutes Wohnen umgestaltet werden.

20 barrierefreie Wohneinheiten sollen entstehen. Zudem sollen an der Südseite zum Kupferhof hin in Teilen des ehemaligen Supermarktes weitere zwölf Zimmer das Angebot des Pflegeheims ergänzen, wo im Obergeschoss die bisherigen Doppel- zu Einzelzimmer umgestaltet werden. Unter dem Strich möchte Kösters 66 Pflegeplätze anbieten können.

Ergänzt werden soll das Angebot um eine Tagespflege im Westen des Erdgeschosses zur Bahnlinie hin. Im verbleibenden Bereich des früheren Marktes entsteht eine zentrale Küche für alle Seniorenzentren der Itertalklinik in Kornelimünster, Roetgen, Walheim sowie in Kürze Alt Breinig und am Steinweg. Die Einrichtung soll die derzeit im Wahlheimer Haus angesiedelte Küche ersetzen.

„Die Passage selbst wird geschlossen“, kündigt Kösters an. „Sie ist ja nur noch ein Schandfleck“. Bestehen bleiben können nach derzeitigem Stand der DRK-Laden und das Eiscafé. „Für das andere Lokal am Olof-Palme-Friedensplatz suchen wir noch nach einer passenden Nutzung“, sagt Kösters als Beauftragter des neuen Eigentümers. Die Gesellschaft zur Vermittlung von Vermögensanlagen und Unternehmensberatung in Düsseldorf hat mittlerweile eine Kanzlei für Finanzdienstleistungen mit Sitz in Wittlich beauftragt, Kapital für die beiden Einrichtungen in der Innenstadt zu akquirieren. Die Investition in eine Pflegeimmobilie biete eine einzigartige Kombination aus Rendite und Sicherheit. Auch eine ganze Reihe Stolberger wurden in diesen Tagen mit einem solchen Angebot angeschrieben.

Derweil machen Kösters weitere Stolberger Projekte deutliche Fortschritte. Die Breiniger Seniorenresidenz bietet in ihrem östlichen Flügel 33 barrierefreie Wohnungen mit um die 50 m² sowie 15 Plätze zur Tagespflege, während im westlichen Flügel 73 Einzelzimmer für den Pflegebereich entstehen. Rund zwölf Millionen Euro werden investiert. Zum 1. Dezember soll die Residenz im Rathaus-Carré eröffnen, wo 39 barrierefreie Wohneinheiten mit 50 bis 70 m² entstehen, für deren Bewohner eine Betreuung angeboten wird.

Gleichzeitig strukturiert die Itertalklinik ihr Angebot in Roetgen neu. Das Haus an der Bundesstraße mit 40 Plätzen soll aufgegeben werden, da ein Umbau, um die sich ändernden gesetzlichen Ansprüche erfüllen zu können, nicht lohnenswert erscheint. Ein Neubau an der Einrichtung an der Jennepeterstraße soll dort die Zahl der Pflegeplätze auf 80 erhöhen; zusätzlich entstehen 39 Einheiten für betreutes Wohnen. Derzeit läuft in der Gemeinde die Bauleitplanung für das Vorhaben. Der Umbau der Stadthallen-Passage soll bis Mitte 2018 gestemmt sein.

Auch für den Festsaal der Stadthalle gibt es Überlegungen. Im Rahmen der Planungen für den Mühlener Bahnhof wurde bekannt, dass der Eigentümer Um- und Anbau eines Cafés zur Talbahnstraße hin erwägt. Und der neue Eigentümer des früheren Tengelmann-Marktes plant eine Umgestaltung des Einzelhandelsobjektes in Studentenwohnungen.

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