Stolberg: Neuer Wanderweg „Nummer 4” eröffnet tolle Aussichten

Stolberg: Neuer Wanderweg „Nummer 4” eröffnet tolle Aussichten

Wer zahlreiche Gäste in die Kupferstadt anziehen will, der muss beim Tourismus buchstäblich neue Wege gehen. Das hat auch die „Stolberg Touristik” erkannt und setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit den erfahrenen Wanderern des Eifelvereins, die sich mit dem Erkunden und Erschließen neuer Wege schließlich bestens auskennen.

Und einen weiteren Aspekt haben Wanderer und die Stolberger Tourismusträume gemeinsam: Um das angestrebte Ziel zu erreichen, sind oft Strecken zu bewältigen, die steinig, lang und mit Anstrengungen verbunden sind. Als ein wichtiges Etappenziel kann nun der neue Wanderweg „Nummer 4” gewertet werden. Er beweist, dass sich Natur und Kultur nicht nur reimen, sondern auch wunderbar harmonieren können. Denn nicht nur Stolbergs „grüne Lunge” präsentiert sich mit tollen Aussichten auf dem rund 15 Kilometer langen Rundweg von ihrer schönsten Seite, auch Burg und historische Altstadt laden die Wanderer zum „Sightseeing” und Verweilen ein.

Einweihung im November

„Die richtige Einweihung findet erst im November statt”, betont Wanderführer Harald Papke, doch zu einer ersten Wanderung hatte der Stolberger Ortsverband des Eifelvereins bereits im Rahmen des Bezirkswandertages eingeladen, der am Sonntag stattfand. Rund drei Wochen habe der 70-Jährige mit Frau Roswitha für die Erschließung des neuen Wanderweges gebraucht, erzählt er. Mit Pinseln und weißer Farbe sowie unzähligen „Nummer 4”-Schildern und natürlich Kartenmaterial ausgestattet, erkundete er Tag für Tag die Stolberger Waldgebiete auf der Suche nach besonders sehenswerten Ausblicken und unerschlossenen Routen. „Danach habe ich mir erst mal selber auf die Schulter geklopft”, bekennt Papke, sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Knapp 20 Wanderfreunde setzen sich am Sonntagmorgen an der Realschule Mausbach in Bewegung, um den neuen Wanderweg einer Generalprobe zu unterziehen. Ist der neue Weg auch ohne Landkarten oder Wanderführer gut zu erkunden? Sind ausreichend Markierungen vorhanden oder vielleicht schon wieder zugewachsen? Fragen, mit denen Papke als Wegewacht bestens vertraut ist. Zwei weitere Gruppen, die „Nummer 4” verkürzt bewandern möchten, machen sich wenig später auf den Weg. „Man kann eben auch nur fünf oder zehn Kilometer zurücklegen oder den Weg an zwei Tagen erkunden”, betont das Vorstandsmitglied des Stolberger Ortsverbands die Vorteile der neuen Route. Zudem wurde bei der Ausarbeitung des Weges auf unterschiedliche Startpunkte mit ausreichenden Parkmöglichkeiten Wert gelegt: beispielsweise die Kirche in Vicht, die Altstadt, der Dalli-Parkplatz am Hammerberg oder der Vichter Sportplatz.

Eine Landkarte benötigt Harald Papke für die Stolberger Wanderwege schon lange nicht mehr, doch gute Ortskenntnisse und das richtige Lesen von Karten sind bei der Erkundung neuer Strecken unabdinglich. Diese hat er während seiner fünfjährigen Tätigkeit als Zeitsoldat erlernt, doch die Leidenschaft für das Wandern entdeckte er erst im Rentenalter.

„Nummer 5” in der „Mache”

Nun hat der Wegewacht bereits den fünften Stolberger Wanderweg rund um den Zinkhütter Hof im Blick, den er im nächsten Jahr angehen will. „Dann ist Stolberg erst mal bestens ausgestattet.”

Über Mausbacher Maisfelder, von denen die Gruppe den Ausblick Richtung Nordeifel genießt, führt ein Wirtschaftsweg die Wanderer direkt Richtung Mausbacher Wasserturm, der mit 301,4 Metern über dem Meeresspiegel Stolbergs höchsten Punkt markiert. Den nächsten „Turm” haben die Teilnehmer bereits mit dem Donnerberger Sender im Blick. Den Mausbacher Wald hinter sich, führt ein historischer Weg die Wandergruppe hinunter Richtung Altstadt. Nach einer größeren Pause sieht der Wanderweg mit Blick auf die Touristen einen umfangreichen Rundgang durch die Altstadt vor.

Auf dem weiteren Weg der erfahrenen Wanderer liegen jetzt noch zwei Steinbrüche und der steile Hammerberg. „Spätestens danach wissen die Wanderer, warum Stolberg ein Berg im Namen trägt”, scherzen die Teilnehmer, doch wer diesen Anblick auf die Stolberger Burg nicht genieße, sei selbst schuld, sind sich alle einig.

Größere Wandergruppen aus Zweifall, Gressenich und Breinig nehmen am Bezirkswandertag teil, doch auch viele Aachener, wie Brunhilde Cyschon, lockte der neue Rundweg in die Kupferstadt. Die begeisterte Wanderin war viele Jahre in den Bergen von Österreich oder Mallorca zu Hause. Ganz andere Gründen bewogen J. Luis Alvarez dazu, den 14,5 Kilometer langen Weg anzutreten. Der gebürtige Spanier, der bereits einen Bildband über seine Reisen veröffentlichte, wird im August zum vierten Mal in seinen Leben den Jakobsweg gehen und auf seiner rund 800 Kilometer langen Strecke täglich 25 Kilometer zurücklegen. „Das ist hier ist ein wichtiges Training für mich”, sagt Alvarez.

Viereinhalb Stunden „Stresstest”

Wenige hundert Meter Landstraße ließen sich auf dem neuen Wanderweg leider nicht vermeiden, doch ist diese erst mal gemeistert, sind Vicht und Mausbach bereits zum Greifen nah. Ein letzter Anstieg dient als finaler „Fitnesstest”, dann ist es geschafft. Nach rund viereinhalb Stunden hat der neue Wanderweg seinen „Stresstest” bestanden und auch die Aachener Teilnehmer sind sich einig: „Wir kommen wieder.”

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