Stolberg: Neuer Roman: Wieder auf den Spuren der Eburonen

Stolberg: Neuer Roman: Wieder auf den Spuren der Eburonen

Was den Franzosen ein kleines, aus Comic-Heften bekanntes Dorf mit unbeugsamen Galliern ist, kann unserer Region der keltische Stamm der Eburonen sein. Regelrecht unmittelbar vor unserer Haustüre — zwischen Rhein, Maas, Nordardennen und Eifel — lebten die tapferen Krieger und kämpften gegen die übermächtigen römischen Besatzer.

Im Jahr 54 vor Christus brachten die Eburonen unter der Führung ihres Königs Ambiorix den Römern die verheerendste Niederlage des gesamten gallischen Krieges bei — auch ohne Zaubertrank. In „de bello Gallico“ zollt Gaius Iulius Caesar dem Eburonenkönig Respekt, beschreibt Ambiorix als einen hervorragenden Taktiker und Feldherrn.

Mit einer List brachte Ambiorix die römischen Streitkräfte dazu, ihr Winterlager bei Aduatuca zu verlassen. Als der lang gestreckte und schwer zu verteidigende Tross einen Talkessel passierte, griffen die Eburonen an. Etwa 10 000 römische Legionäre — rund ein Fünftel der in Gallien stationierten römischen Verbände — fielen in der Schlacht bei Aduatuca.

Eben diesen geschichtsträchtigen Ort Aduatuca sieht das Autorenpaar Judith und Christian Vogt am Hohenstein auf der Grenze zwischen Stolberg und Eschweiler. „Es ist relativ sicher, dass Aduatuca nahe der Inde lag“, meint auch Historiker, Schriftsteller und Verleger Michael Kuhn.

Schon bei dem Roman „Schwertbrüder — Eburonenlied I“ befassten sich Judith und Christian Vogt mit der Geschichte der Eburonen in unserer Region. Mit „Verbranntes Land — Eburonenlied II“ präsentierte das Paar nun den Nachfolgeroman im Museum in der Torburg. „Der erste Teil spielt um die Schlacht von Aduatuca, und Teil 2 zu der Zeit von Caesars Rachefeldzug nach der Niederlage“, erklärt Judith Vogt. Caesars Ziel war es, das Land dem Erdboden gleich zu machen und die Eburonen auszurotten. „Archäologische Funde beweisen aber, dass dies nicht vollends gelungen ist und Teile der Eburonen überlebt haben“, sagt Christian Vogt. Das Autorenpaar bekräftigt, auch das „Eburonenlied II“ basiere auf historischem und archäologischem Wissensstand.

„Dennoch ist es eine Geschichte mit literarischem Spielraum. Fiktive Personen und Handlungen fußen aber auf dem historischen Fundament“, betont Judith Vogt. So ist wie dem ersten „Eburonenlied“ auch dem zweiten Teil eine „Spurensuche“ angehängt. In dem Appendix findet der Leser archäologische Fundstätten der Region, wie etwa ein Artefakt, das bei Ausgrabungen unter dem Aachener Elisengarten gefunden wurde und von den eburonischen Glaswerkstätten zeugt.

Auch im Fantasy-Bereich

Das Autorenpaar Judith und Christian Vogt schreibt übrigens nicht nur historische Romane wie das „Eburonenlied“, sondern ist auch im Fantasy-Bereich renommiert. Für ihr Werk „Die zerbrochene Puppe“ (ISBN 978-3867621564) erhielten sie im vergangenen Jahr den „Deutschen Phantastik Preis“. In diesem Jahr steuerten die Vogts Kurzgeschichten zu der Anthologie „Eis und Dampf“ (ISBN 978-3867622004) bei und konnten so erneut den „Deutschen Phantastik Preis“ einheimsen.