Neue Schwerpunkte gesetzt

Jugendberufshilfe : Neue Schwerpunkte gesetzt

Auf ein bewegtes Jahr des Umbruchs blickte die Jugendberufshilfe Stolberg bei ihrer Hauptversammlung zurück, denn das Jahr 2018 hatte den Verein mit einigen Tiefschlägen eher unfreiwillig dazu gezwungen „zu Neuem aufzubrechen“.

Besonders schwer wog hier wohl der Tod des langjährigen Vereinsvorsitzenden, Manfred Jansen, der, so die pädagogische Leiterin der Jugendwerkstatt, Katja Knospe, in ihrem Jahresbericht „eine große Lücke und tiefe Betroffenheit“ hinterlassen hat.

Dieser Todesfall machte es auch notwendig, dass Nachwahlen zum Vorstand stattfanden. Weiterhin musste das Ausscheiden der bisherigen Leiterin der Jugendwerkstatt, Gertrud Smets, zum Jahresende verkraftet werden. Smets hat die Jugendwerkstatt, die Jugendlichen dabei hilft, eine Berufs- und Lebensperspektive zu finden und deren Trägerin die Jugendberufshilfe ist, über viele Jahre hinweg mit Kompetenz und Begeisterung durch Höhen und Tiefen geführt und so war „eine Jugendwerkstatt ohne Trudi (Gertrud) Smets zunächst kaum vorstellbar“, so Knospe.

Ein bedeutsamer Rückschritt in Sachen Jugendhilfe war dann auch noch, dass die Finanzierung des äußerst erfolgreichen Beratungsprogramms „Jugend in Arbeit plus“ zum Ende des Jahres 2018 eingestellt wurde und daher bei einigen Programmteilnehmern die erfolgreich begonnene Arbeit ein jähes Ende fand und nicht zu einem Abschluss gebracht werden konnte.

Bekanntlich eröffnen Veränderungen aber auch neue Perspektiven und so konnten, allen Widrigkeiten zum Trotz, im vergangenen Jahr einige positive Projekte verwirklicht und angestoßen werden. In der Jugendwerkstatt wurde mit 46 Jugendlichen gearbeitet, wovon zwei Drittel Jungen und ein Drittel Mädchen waren.

Oberflächlich betrachtet spiegelt diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der betreuten jungen Menschen wider. In Wirklichkeit ist es aber so, dass sowohl die Verweildauer (durchschnittlich 10,7 Monate) als auch das Durchschnittsalter (17 Jahre) der Programmteilnehmer gestiegen ist, was auf erschwerte Grundvoraussetzungen hindeutet.

Die jungen Leute kommen mit den verschiedensten Problemen - sei es ihre Wohnsituation, psychische oder körperliche Gesundheitsprobleme - in die Jugendwerkstatt und, so Knospe, „da unsere Jugendlichen alle unterschiedlich sind, muss es auch die Betreuung für den Einzelnen sein“. Projekte wie der „Ideenwettbewerb Aachen 2025“, an dem Isabella Freitag vom Frühjahr bis zum Sommer gemeinsam mit neun Jugendlichen teilnahm und bei dem man schließlich den 3. Platz belegte, sind hierbei ein wichtiger Schritt, um das Selbstbewusstsein und die Teamfähigkeit der jungen Leute zu fördern und ihnen zu zeigen „Wir sind die abgehängten Jugendlichen, aber wir sind dabei, das zu ändern“, betonte Freitag.

Sozialarbeiter Thomas Bell konnte vom neuen Projekt der Jugendberufshilfe, „ZOOM“, bei dem man mittels eines künstlerischen Ansatzes versuchen möchte, „verkrustete Strukturen aufzubrechen“, berichten, dass er schon viele Kontakte knüpfen konnte. Bei diesen und weiteren Projekten wurde die positive und unterstützende Hilfe der Stadt Stolberg sowie der Städteregion Aachen und weiterer politischer und kirchlicher Institutionen hervorgehoben.

Gute Voraussetzungen also für die jeweils einstimmig nach gewählten Vorstandsmitglieder Holger Vanicek (Vorsitzender) Claudia Welter (stellvertretende Vorsitzende) und Isabella Freitag (Kassenwartin) sowie den neu gewählten und durch drei zusätzliche Mitglieder erweiterten Ausschuss, die bisherige Erfolgsgeschichte  fortzuschreiben. Der neue Ausschuss setzt sich folgendermaßen zusammen: Frank Gilles, Wolf Rüdiger van der Weyden, Klaus Schleicher, Harjo Herling, Hans Kleinlein, Joachim Paul, Martin Künzer, der seine Kassenwart-Position auf eigenen Wunsch zur Verfügung gestellt hatte, Elsbeth Ostlender und Hanne Zakowski.