Stolberg: Neue Realität wird erschaffen

Stolberg: Neue Realität wird erschaffen

Das Museum in der Torburg beteiligt sich auch in diesem Jahr an der Aktion Kunst auf dem Weg am Sonntag, 29. August. Im Museum in der Torburg stellen Angelika Schneeberger und Wolfgang Straßburger ihre Arbeiten aus.

Angelika Schneeberger zeigt Zeichnung und Malerei, Wolfgang Straßburger Fotografie.

Angelika Schneebergers Zeichnungen, Pastellarbeiten und Ölbilder beschäftigen sich mit dem Wachsen und Vergehen in der Natur. Da wird der unscheinbare Apfel zu einem Gegenstand, der eine reiche Formen- und Farbenvielfalt zeigt, sich in wechselnden Licht- und Schattenverhältnissen immer wieder anders darstellt. Eben noch prall und auf der Höhe seiner Reife verfällt er alsbald und zeigt dem Betrachter seinen veränderten, verfallenden Zustand, beides zu sehen in Angelika Schneebergers Zeichnungen und Bildern. Dabei zeigen die Bilder realistische Darstellungen, die nur auf den ersten Blick Abbild sind, bei genauerem Hinsehen aber schon wieder unwirklich erscheinen. Hier wird eine neue Realität mit den Mitteln der Malerei erschaffen.

Auch Wolfgang Straßburger nähert sich in seinen fotografischen Stillleben dem unbedeutenden Gegenstand und verleiht ihm durch das Zusammentreffen mit unerwarteten Partnern eine völlig neue und überraschende Qualität. Der eben noch so gewöhnliche Apfel gerät durch den Zugriff eines martialisch anmutenden Werkzeugs in eine bedrohliche Situation, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Die Bananenschale gebiert ein Ei, das Gemüse verfault in einer Kiste, die für frische Vitamine wirbt.

Ebenso dem ungewohnten Blick auf die Natur zuzuordnen sind Wolfgang Straßburgers Baumbilder, die bei Streifzügen durch das Hohe Venn entstanden sind. Der intensive und nahe Blick des Fotografen zeigt dem Betrachter Strukturen, eine Vielfalt von Formen, die sich zu einem neuen Bild von Realität zusammen finden.

Beide Künstler haben schon vorher gemeinsam ausgestellt. Dabei fällt zunächst die Unterschiedlichkeit der Arbeiten auf, nicht allein die Tatsache, dass der Betrachter hier auf Malerei und Fotografie trifft, auch die Sichtweisen sind sehr unterschiedlich. Dennoch findet man bei genauerem Hinsehen Gemeinsamkeiten, die durch die verschiedenen Positionen umso mehr hervortreten und die Themen stärker beleuchten.

Bei einer Tasse selbst geröstetem Kaffee und frisch gebackenen Kuchen kann der Tag in den Ausstellungsräumen des Museums ausklingen.

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