Stolberg: Neue Ausrüstung: Stolberger Feuerwehr kann durchatmen

Stolberg: Neue Ausrüstung: Stolberger Feuerwehr kann durchatmen

„Seitens der Feuerwehr kann die weitere Verwendung der vorhandenen Gerätschaften zur Sicherheit der Feuerwehreinsatzkräfte nicht mehr verantwortet werden.” Was sich in der städtischen Ausschussvorlage ziemlich sperrig liest, bedeutet salopp ausgedrückt: Die alten Atemschutzgeräte der Feuerwehr sind hinüber.

Mehr noch: Man kann nur von Glück sprechen, dass bislang nichts Schlimmes passiert ist.

Karl Wenn erinnert sich noch gut an den Einsatz im vergangenen Jahr. Ein Geräteschuppen brannte an der Cockerillstraße, die Rauchentwicklung war enorm, „glücklicherweise war der Einsatz draußen”, sagt der Wachleiter. Der Angriffstrupp trug Atemschutz und merkte während der Brandbekämpfung, dass mit den Geräten etwas nicht stimmte.

Ein Defekt an den Steckanschlüssen der Lungenautomaten - das wurde bei späteren Überprüfungen festgestellt - hatte dafür gesorgt, dass die Geräteträger keine Atemluft mehr hatten und gefährlichen Brandrauch und Atemgifte inhalierten. „Durch diesen Defekt können bis zu 500 Liter Atemluft in der Minute abströmen, wobei der Atemluftvorrat generell nur 1600 Liter beträgt”, erklärt Karl Wenn. Wären die Feuerwehrmänner in einem Gebäude gewesen, hätten sie maximal zwei Minuten gehabt, um den Gefahrenbereich zu verlassen.

Seit diesem glimpflich ausgegangen Einsatz sind ständig alterungsbedingte Materialermüdungen an den Verriegelungshaken der Steckanschlüsse aufgetreten, „die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet, so dass ein Austausch der Atemschutzgeräte umgehend zwingend erforderlich war”, resümiert Wenn, warum jetzt 103 Geräte neu angeschafft worden sind.

Die alten Geräte sind von der Feuerwehr sowie von einer Prüfstelle genau unter die Lupe genommen worden. Bei mehreren Pressluftatmern lautete das Ergebnis: durchgefallen. „Die genaue Prüfung verhinderte weitere Zwischenfälle”, so Wenn, denn die defekten Geräte seien natürlich sofort aus dem Verkehr gezogen worden. Irgendwann war eine erforderliche ausreichende Einsatzreserve nicht mehr vorhanden, und da mit weiteren unmittelbaren Ausfällen gerechnet werden musste, blieb nur noch eine komplette Neuanschaffung.

Recht schnell einigte man sich auf einen bekannten Hersteller, dessen Gerätschaften auch von den Feuerwehren der Städteregion genutzt werden. Und auch bei übungsmäßigen Trageversuchen konnte der jetzige Anbieter punkten, da bei knapp 20 Kilo schweren Presslufatmern natürlich unter anderem die Ergonomie eine große Rolle spielt. Darüber hinaus achteten die Männer auch auf Bedienbarkeit und Wartungsaufwand.

„Wir sind gerade dabei, unsere Fahrzeuge entsprechend der neuen Geräte umzubauen, etwa die Hälfte ist abgearbeitet”, sagt Karl Wenn. Abgeschlossen sind die Arbeiten beim ersten, vierten und fünften Zug, die Züge 2 und 3 folgen noch und damit die Löschgruppen Dorff, Venwegen, Breinig, Atsch, Münsterbusch, Büsbach, Mitte und der Donnerberg. Um einsatzfähig zu bleiben, „müssen wir zugweise vorgehen”, erläutert der Wachleiter. Dies ermögliche es den Löschgruppen, Geräte untereinander zu tauschen.

Insgesamt hat die Feuerwehr in diesem Jahr 226?000 Euro für den Atemschutz ausgegeben. Darin enthalten sind auch 25?000 Euro für einen neuen Atemluft-Kompressor - er sorgt dafür, dass die Flaschen stets aufgefüllt werden können.

Die Maschine aus dem Jahr 1983 sollte eigentlich erst im nächsten Jahr Platz machen für eine neue, „aber der Kompressor gab mittendrin den Geist auf”, so Wenn. Und da es unwirtschaftlich gewesen sei, den alten zu renovieren, musste ein neuer her. Kostenneutral blieb der Umzug der Atemschutz-Werkstatt der Hauptwache an der Kesselschmiede.

Bislang war sie in einem Zwischengeschoss untergebracht, „und jedes Teil musste mühsam dorthin geschleppt werden, weil sie nicht mit dem Aufzug zu erreichen war”. Nun hat die Feuerwehr in Eigenleistung ein Büro samt einer Werkstatt zur neuen Atemschutz-Werkstatt umgebaut - groß und vor allem ebenerdig.