Stolberg: Neubaugebiet Stadtrandsiedlung schrumpft um vier Hektar

Stolberg: Neubaugebiet Stadtrandsiedlung schrumpft um vier Hektar

Dem Donnerberger liegt sein grüner Stadtteil auf der windigen Höhe nun einmal besonders am Herzen. Da ist es schon selbstverständlich, dass sich alte und neue Siedler einbringen, wenn zwischen Höhen-, Duffenter­straße, Trockener Weiher und Obere Donnerbergstraße das größte Neubaugebiet der Kupferstadt entstehen soll.

Ihr Engagement zur Gestaltung des 22 Hektar großen Areals der Stadtrandsiedlung bei der Planungswerkstatt im Februar soll nun Folgen haben. Die Stadtverwaltung möchte sich die Ratschläge der Bürger zu eigen machen.

„Die Ergebnisse flossen in die Überarbeitung des Rahmenplans ein“, sagt Tobias Röhm. Dabei listet der Technische Beigeordnete gleich eine ganze Reihe von Punkten auf, die die Donnerberger bei dem Workshop für ihre zukünftige Nachbarschaft überlegt haben.

Das wohl Wesentlichste von sieben aufgelisteten wichtigen Argumenten ist eine Reduzierung der Bauflächen und Wohneinheiten, um Grünbereiche zu erhalten und das Verkehrsaufkommen zu begrenzen. Vorhandene Bäume, Hecken und Strauchbestände sollen nicht nur erhalten, sondern zur Bebauung hin möglichst erweitert werden.

Das ist ein Herzensanliegen der Donnerberger, das die Städtebauer für den Rahmenplan wie auch für die einzelnen Bebauungspläne berücksichtigen wollen. Den aktuellen Stand der Entwicklung wollen das Planungsamt, die Stolberger Bauland GmbH (SBG) sowie das Architektur- und Planungsbüro Uwe Schnuis am 29\. Oktober dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr präsentieren. Der soll gleich dem Stadtrat für dessen Sitzung am 3\. November empfehlen, die Geltungsbereiche des Rahmenplans und des Bebauungsplans Nr. 167 zu reduzieren.

Von 220\.900 auf 180\.000 Quadratmeter soll die Brutto-Baulandfläche verringert werden. Damit erhöht sich der Anteil der Grünflächen von 11,5 auf 20 Prozent zuzüglich des Grüns auf privaten Flächen. Denn auf den kompletten östlichen Teil des Plangebietes soll — zumindest vorerst — verzichtet und aus der Bauleitplanung herausgenommen werden.

Abstand zur Bestandsbebauung

„Der östliche Teilbereich zwischen Duffenterstraße und dem vorhandenen Graben umfasst ausschließlich private Grün- und Freiflächen unterschiedlicher Eigentümer“, erläutert Röhm, dass eine Entwicklung dort ohnehin nur schwierig anzustoßen sei. Bei einer Befragung hätten nur wenige Eigentümer Interesse gezeigt. Außerdem sei bei der Planungswerkstatt anstelle einer Bebauung eine Ausweitung des vorhandenen Grünzuges nach Osten gewünscht worden, so Röhm.

Wer dort trotzdem bauen möchte, wird sich mit den Bestimmungen von § 34 des Baugesetzbuches über die „Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ auseinandersetzen müssen. Explizit offen hält sich die Stadt aber die Option, in späteren Jahren auch für diese vier Hektar eine Bauleitplanung aufzulegen.

Aufgenommen worden ist aber auch der Wunsch zur Beibehaltung größerer Grünflächen im westlichen Bereich parallel zur bestehenden Bebauung an der Oberen Donnerbergstraße, während der Nordwesten des Plangebietes erst einmal nur als Erweiterungsfläche vorgesehen werden soll — eine Option, „wenn die Nachfrage auch langfristig eine Erschließung rechtfertigt“, sagt Röhm. Dieser Bereich mit überwiegend in kleinteiligem Eigentum liegenden Parzellen würde auch mit einer eigenen Erschließungsstraße an die Obere Donnerbergstraße angebunden werden, so Röhm weiter.

140 Wohneinheiten zum Anfang

Um die Straße „Stadtrandsiedlung“ zu entlasten, soll der erste Bauabschnitt eine eigene, parallel verlaufende Haupterschließungsstraße erhalten. Die rund sechs Hektar umfassen im Wesentlichen die heutigen Sportanlagen einschließlich der angrenzenden Flächen von Otto-Lilienthal- und Oberer Donnerbergstraße bis etwa in Höhe der Einmündung Malmedyer Straße, wo später einmal die Ost-West-Erschließung des Neubaugebietes nebst anschließender Grünflächen angelegt werden soll.

Der Anteil der Grünflächen wird für diesen ersten Ausbauabschnitt mit 18 Prozent zuzüglich der privaten Flächen angegeben, wobei innerhalb einer Grünanlage auch eine Versickerungsfläche für Niederschläge vorgesehen ist.

Die Stadt rechnet damit, diesen ersten Ausbauabschnitt zügig angehen zu können, zumal die Fusion der beiden Fußballvereine — kommenden Freitag entscheidet der TSV Donnerberg über die Aufnahme des FC Columbia — und der Ausbau der Sportanlage Birkengang eine zeitnahe Realisierung ermöglichen. Mit rund 140 Wohneinheiten in einem Mix aus Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern kalkuliert die Verwaltung.

Ausgerichtet werden soll die Bebauung innerhalb des gesamten Rahmenplans übrigens so, dass die Sonnenenergie gut genutzt werden kann, wobei die SBG mit variablen Grundstücksgrößen optimal auf die Nachfrage reagieren kann. Und flexibel soll auch bei den zukünftigen Plätzen im Neubaugebiet auf die Wünsche der Donnerberger reagiert werden.