Stolberg-Münsterbusch: Nepomukmühle hat lange und bewegte Geschichte

Stolberg-Münsterbusch: Nepomukmühle hat lange und bewegte Geschichte

Zur Auflösung unseres zurückliegenden Fotorätsels können folgende Informationen beitragen. An der unteren Buschstraße liegt die auch als Nepomucenusmühle bezeichnete Nepomukmühle.

Das genaue Entstehungsdatum der Nepomukmühle, die ein Besitztum der Reichsabtei Kornelimünster war und heute dem Unternehmen „Hueck Rheinische“ als Standort dient, ist nicht bekannt. Dass sie aber bereits im frühen 18. Jahrhundert bestanden hat, stellt eine Wappentafel unter Beweis, die sich im Verwaltungsgebäude der heute dort ansässigen Firma befindet.

Die Tafel aus Stein zeigt ein abteiliches Wappen, die Jahreszahl 1731 und eine Inschrift. Vermutlich ist die Anlage aber einige Jahrzehnte älter. Ursprünglich war die Nepomukmühle, Namensgeber war vermutlich der Johannes Nepomuk, der als Schutzheiliger der Brückenbauwerke und Schiffer gilt, eine Kupfermühle.

Aus Messing

Eine Kupfermühle, die der Herstellung von Gefäßen und anderen Produkten aus Messing diente. Dazu benötigte man Hammerwerke, die in der Regel von Mühlrädern angetrieben wurden.

Eine Ableitung des Münsterbaches (Inde) versorgte die Mühlräder mit Energie. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das dortige Messinggewerbe eingestellt. In der Folgezeit siedelte sich in der Nepomukmühle das Textilgewerbe an.

Eine Spinnerei stellte Garne her. 1925 erwarb Eduard von Asten die Nepomukmühle, um dort Filztücher für die Papierindustrie herzustellen.

Nebenprodukt war schon damals ein nicht näher bezeichnetes technisches Gewebe. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges sorgten für schwere Schäden an der Bausubstanz. Nach dem Wiederaufbau in den frühen 1950er Jahren gewann die Herstellung von Presspolstern für die Holzindustrie an dieser Stelle Oberhand.

Filztücher

Zusätzlich wurden aber auch noch Filztücher hergestellt. Heute werden unter der Firmenbezeichnung „Hueck Rheinische“ in der Nepomukmühle ausschließlich nur noch Presspolster hergestellt.

Presspolster sind ein Mischgewebe, das aus Messing- und Kupferdraht sowie Silikonkautschuk besteht. Verwendung finden die in der Nepomukmühle hergestellten Presspolster in der Holzindustrie. Die Hueck Rheinische ist heute das einzige Stolberger Unternehmen welches noch im Textilbereich tätig ist.

Denn als Textile werden auch Gewebe bezeichnet, die nicht aus Natur- und Chemiefasern, sondern aus anderen Rohstoffen wie beispielsweise Draht bestehen: wichtig ist, das der textile Gesamtcharakter erhalten bleibt.

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