Stolberg: Nächster Höhepunkt: „The Notwist“ beim Kulturfestival

Stolberg: Nächster Höhepunkt: „The Notwist“ beim Kulturfestival

Das große Open-Air-Konzert mit „Tocotronic“ als Headliner und „Apparat“, „Ja, Panik“ und „Dyse“ als weitere qualitativ hochwertige Bands und das Konzert mit „Triggerfinger“ sind zwei sehr erfolgreiche Veranstaltungen des Kulturfestivals der Städteregion in Stolberg gewesen.

Im vergangenen Jahr meinte Nina Mika-Helfmeier, Organisatorin des „Kulturfestival X“ mit Events in zehn Städten, es besonders gut mit der Kupferstadt: Die Konzerte der „Einstürzenden Neubauten“ und der Band „Selig“ im Museum Zinkhütter Hof waren zweifelsfrei absolute Höhepunkte der Veranstaltungsreihe. Daran knüpft auch die kommende Auflage des Kulturfestivals an.

Die Band „The Notwist“ entwickelte sich musikalisch stetig weiter, behielt aber ihren eigenständigen Sound und gewann immer mehr Fans.

„Keine seichte Pop-Band“

Von den zehn kulturellen Perlen, die die Städteregion präsentiert, werden die Publikumsmagneten erneut in der Kupferstadt gastieren: „Am 19. Juni spielt ,The Notwist‘ im Museum Zinkhütter Hof“, verspricht Mika-Helfmeier und verrät, dass sie sich auf dieses Konzert besonders freut, denn „es ist klar eine meiner Lieblingsbands“. Und mit ihrem Musikgeschmack steht die Leiterin der Stabstelle Kultur wahrlich nicht alleine da. Für viele Fans ist „The Notwist“ quasi der Inbegriff der deutschen Independent-Szene.

Ambiente und Zusammenarbeit

„Die Musik der Band unterstreicht sehr gut das außergewöhnliche Profil des Kulturfestivals“, sagt Mika-Helfmeier. Fernab des Mainstreams sei die Formation eben keine seichte Pop-Band „für die Massen“, sondern stehe für kulturell anspruchsvolle Musik und erfreue eher „die Masse der Kenner“.

„Angefragt habe ich die Band bereits in 2013 und bin sehr froh, dass ,The Notwist‘ jetzt in die Städteregion kommen“, beschreibt Mika-Helfmeier. Die Eintrittskarten seien bei den Aachener Verkaufsstellen bereits sehr gut weggegangen. „Tickets sind auch aus Städten wie Frankfurt oder Stuttgart gebucht worden.“

Natürlich gebe es auch in Stolberg noch ein Kartenkontingent (siehe Infokasten). Dass der Höhepunkt des Kulturfestivals der Städteregion einmal mehr in der Kupferstadt zu erleben ist, begründet die Organisatorin mit ihren guten Erfahrungen: „Das Ambiente im Zinkhütter Hof ist einfach super und wie gemacht für das Kulturfestival. Und ganz wichtig ist auch, dass die Zusammenarbeit mit dem Team des Museums sehr angenehm und unkompliziert ist.“

Unverwechselbarer Sound

Von „The Notwist“ können die Besucher ein besonderes Konzert erwarten — schon weil es eine besondere Band ist. In mehr als einem Vierteljahrhundert hat die Formation mehrere Stilwechsel durchlaufen, sich dabei aber den eigenen, unverwechselbaren Sound bewahrt. Schon 1989 gründeten die Brüder Markus (Gesang und Gitarre) und Michael (Bass) Acher mit dem Schlagzeuger Mecki Messerschmidt im Oberbayerischen Weilheim die Band, und 1990 erschien das Debütalbum mit dem Namen „The Notwist“, das eine Mischung aus Punk-, Hardcore- und Metal-Sounds enthielt. Noch im selben Jahr tourte die Band unter anderem mit „Bad Religion“.Zwei Jahre später veröffentlichte „The Notwist“ das Album „Nook“, bei dem die rüden Gitarrensounds in ein wenig geordnetere Bahnen gelenkt wurden, was die Essenz der Kompositionen stärker betonte.

Ein renommiertes Musikmagazin bewertete Alben mit maximal fünf Punkten — „Nook“ erhielt sechs. „The Notwist“ tourte durch Europa und spielte mit „Blumfeld“ und „Therapy?“. Die Band coverte Robert Palmer „Johnny and Mary“ und brachte 1995 die Platte „12“ auf den Markt. Bei diesem Album mit vereinzelten Anklängen aus dem Industrial-Sound wurden erste elektronische Schnipsel in die Songs eingearbeitet. Dies übernahm Martin Gretschmann, alias „Console“.

Die Fangemeinde von „The Notwist“ wuchs erneut an, die Platte wurde in den USA veröffentlicht, und die Band debütierte in New York. Gretschmann wurde 1997 festes Bandmitglied, ein Jahr später erschien das von der Kritik hochgelobte Album „Shrink“, bei dem Jazz, Elektronik und Minimalismus den Gitarrensound ablösten. „The Notwist“ tourten in England und den USA, machten Filmmusik. Den ersten kommerziellen Erfolg konnte die Band im Jahr 2002 verbuchen, als die Platte „Neon Golden“ aus dem Stand Platz 10 der deutschen Albumcharts eroberte.

Experimentierfreudigkeit

Die Bandmitglieder arbeiteten dann erfolgreich an anderen Projekten, bis „The Notwist“ den Fans 2008 — jetzt mit Andi Haberl am Schlagzeug — endlich wieder ein Album präsentierte. „The Devil, You + Me“ knüpfte an den Erfolg des Vorgängers an und erreichte ebenfalls Platz 10. Im vergangenen Jahr belegte das Album „Close to the Glass“ sogar den sechsten Platz in den Charts.

Doch von Erfolg lässt sich eine Band wie „The Notwist“ nicht lenken: Das aktuelle 2015er Album „Messier Objects“ geht wieder andere musikalische Wege und beweist erneut, wie kreativ und experimentierfreudig die Musiker sind. Die Objekte bezeugen in dieser Sammlung, dass die Bandmitglieder nicht nur bei „The Notwist“, in Neben- und Soloprojekten tätig waren, sondern auch an diversen Theater- und Hörspielproduktionen musikalisch beteiligt waren. „Messier Objects“ ist ein Instrumentalalbum, das ein Kompilation dieses Schaffens darstellt und definitiv keine kommerzielle Ausrichtung aufweist.