Dienstbeginn am 18. Juli : Gesundheitsamt der Städteregion kehrt zurück an die Vicht

Nur von außen sieht das neue Domizil noch wie eine Baustelle aus. Das wiederum liegt an einer anderen Baustelle. Wegen der Tiefbauarbeiten in der Rathausstraße konnten die Gerüste an der Fassade der früheren Stolberger Zweigstelle des Aachener Medienhauses nicht gesetzt werden. In der nächsten Woche wird die Rathausstraße 66 zur neuen Adresse der Zweigstelle des Gesundheitsamtes der Städteregion.

In der kommenden Woche vom 15. bis 17. Juli ziehen die Mitarbeiter ein. Am 18. Juli beginnt zu den gewohnten Öffnungszeiten der Dienstbetrieb. Gewohnt war während der vergangenen zwei Jahrzehnte ein Besuch an der Eschweiler Steinstraße, wohin Ende der 1990er Jahre das Gesundheitsamt des damaligen Kreises Aachen zog. Dabei hatte es seinen Ursprung in der Kupferstadt – an der Eichsfeldstraße.

Mitte der 1920er Jahre entstand dort gleich am Rande der Innenstadt das zunächst städtische Gesundheitsamt, das seit Mitte der 30er Jahre eine Einrichtung des Kreises wurde, in der Eichsfeldstraße Nr. 36. In den 1950er Jahren entstand einen Steinwurf weiter mit der Haus-Nr. 42 - 42a das Gebäude, das bis Mitte der 1990er Jahre das Gesundheitsamt beherbergte. Heute bietet dort eine Tierärztin ihre Leistungen an, während der Kreis Aachen konzentrierte der damalige Kreis Aachen die Erziehungsberatungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche und die Schulpsychologische Beratungsstelle (A 51) sowie das Gesundheitsamt (A 53) zum Leidwesen Stolbergs in Eschweiler zentralisierte.

Nun kehren die Einrichtungen zurück in die Stolberger Stadtmitte, um für die Kunden besser erreichbar zu sein. „Wir evaluieren kontinuierlich unsere Leistungen für die Bürger“, erläutert Städteregionssprecher Detlef Funken die Entscheidung aus dem Sommer 2017. Erna und Hermann Leufgens hatten als Eigentümer eine neue Nutzung für ihre zentral gelegene Immobilie gesucht. Schnell wurde man sich mit der Städteregion einig.

Büros mit Bachblick: Der Neubau entstand hinter den alten Fassaden. Foto: Jürgen Lange

Nicht ganz so schnell, aber dennoch zügig gestaltete sich der Umbau der historischen Bausubstanz, deren genauen Ursprünge den Eigentümern nicht in Gänze bekannt sind. Sicher ist nur, dass ihre Eltern in den Anfängen der Nachkriegszeit hier ihre Existenz neu aufgebaut haben. Johann Leufgens mit einer kleinen Druckerei im Hinterhaus, Maria Leufgens mit einem kleinen Laden für Schreibwaren und Devotionalien.

 Leufgens expandierten am Standort. Peu á peu wurde das Haus um-, an- und ausgebaut. Eine Tordurchfahrt ging im Laufe der Zeit im Geschäftslokal auf, ein überdachter Innenhof wurde zu Büros, und im Anbau wurde immer mehr Platz für einen wachsenden Maschinenpark benötigt. Mit dem zog die Druckerei

im Juni 1992 in einen Neubau in der oberen Steinfurt. Mittlerweile war das Ladenlokal neu ausgebaut, und der Zeitungsverlag Aachen residierte an dieser Adresse mit Agentur, Akquise und Redaktionen. Anfang 2015 endete diese Ära und das von Bärbel Leufgens geführte Schreibwarengeschäft schloss seine Pforten.

Bevor sich in der kommenden Woche die Pforten des Gesundheitsamtes öffnen können, erfolgte eine komplette Sanierung der Immobilie. Lediglich die Fassaden blieben erhalten. Im Inneren wurde das Gebäude komplett entkernt und barrierefrei neu aufgebaut – ganz nach den Wünschen der zukünftigen Nutzer, die dort mindestens für die nächsten 15 Jahre residieren werden.

Pilotprojekt Familienbüro

Der damalige Bürgermeister und heutige Städteregionsrat Tim Grüttemeier hatte den Deal eingefädelt – auch um mit einem Ausbau des Dienstleistungsangebotes die Stolberger Innenstadt zu stärken. Als Pilotprojekt in der Städteregion eröffnete die Kupferstadt selbst bereits im Sommer 2017 ihr Familienbüro als zentrale Anlaufstelle – auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Steinwurf vom neuen Gesundheitsamt entfernt. Das ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar über den Mühlener Bahnhof als zentraler Haltepunkt der Buslinien und der Euregiobahn.

Aber auch das von der Städteregion an der Eschweiler Steinstraße genutzte Gebäude steht vor einer neuen Blüte. Noch vor zwei Jahren hatte die Städteregion einen Umzug nicht ausgeschlossen. Auch in der Indestadt sollten die Erziehungsberatungsstelle und die Schulpsychologische Beratungsstelle für die Bürger besser erreichbar werden. Angedacht war ein Umzug ins neue Eschweiler Rathaus-Quartier.

„Diese Gedanken haben sich mittlerweile zerschlagen“, berichtet Behördensprecherin Barbara van Rey. „Der Standort Steinstraße bleibt für uns bestehen.“ Die Erziehungsberatungsstelle und die Schulpsychologische Beratungsstelle werden Gesellschaft bekommen: Ende Juli zeiht das Kommunale Integrationszentrum (A 46) der Städteregion von Aachen nach Eschweiler.

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