Stolberg/Heinsberg: Nach Falschmeldung jetzt Entwarnung für Karnevalisten

Stolberg/Heinsberg: Nach Falschmeldung jetzt Entwarnung für Karnevalisten

Für große Irritation und wohl auch manche Panikattacke auf Seiten der Karnevalisten hat eine Veröffentlichung der Kreisverwaltung Heinsberg gesorgt. Auf deren Internetseite stand der Artikel „Neue Verordnung schließt bestimmte Zugmaschinen aus“ zu lesen.

Das Bundesverkehrsministerium habe verordnet, dass Karnevalswagen, die Narren während eines Umzugs transportieren, nur noch von Fahrzeugen mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern pro Stunde durch die Stadt gezogen werden dürfen. „Folglich kann die Teilnahme von Lastkraftwagen, Sattelzugmaschinen etc. am Karnevalsumzug ab sofort nicht mehr genehmigt werden“, schrieb die Kreisverwaltung Heinsberg.

In Stolberg würde dies etwa den Prinzenwagen der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft sowie die Elferratswagen der KG Mölle und der Löstigen Wölleklös betreffen, die von LKW gezogen werden. Auch der Unimog, der den Kinderprinzenwagen der KG Büsbach zieht, kann schneller als 60 Km/h fahren und würde durch eine alternative Zugmaschine ersetzt werden müssen. Doch für alle Karnevalisten, Wagenbauer und Zugorganisatoren gibt es jetzt die Entwarnung, denn die Meldung des Kreises Heinsberg ist schlichtweg falsch. Es habe zwar eine Änderung der betreffenden zweiten Ausnahmeverordnung von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften gegeben.

Diese sei aber lediglich erfolgt, um die Verordnung an die aktuell geltende Straßenverkehrsordnung anzupassen, sagt Dr. Stefan Ewert, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin: „Damit hatte sie rein redaktionelle Auswirkungen.“

Im Klartext bleibt für die Karnevalisten also alles beim Alten, denn tatsächlich kommen die ominösen „60 Km/h“ in der „zweiten Verordnung zur Änderung der Zweiten Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften“, die am 14. Juni des Jahres in Kraft getreten ist, überhaupt nicht vor. Stattdessen spielt jene maximale Höchstgeschwindigkeit in der geltenden Verordnung eher eine „positive Rolle“ für die Karnevalisten.

Zugmaschinen, die nicht schneller als 60 Km/h fahren können, und deren Anhänger sind für die Teilnahme an örtlichen Brauchtumsveranstaltungen sowie An- und Abfahrt von der Zulassungspflicht ausgenommen. Allerdings muss jeder eingesetzten Zugmaschine ein eigenes Kennzeichen zugeteilt sein.

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