Stolberg: Muslimisches Studentenheim ist nun auch ein Thema im Landtag

Stolberg: Muslimisches Studentenheim ist nun auch ein Thema im Landtag

Ein Studentenwohnheim für männliche Muslime soll in der Jordanstraße entstehen. Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) hatte dort ein Gebäude erworben. Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling hat nun eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

„Ein Studentenwohnheim das ausschließlich männlichen Studierenden muslimischen Glaubens zugänglich ist, stellt ein rückwärtsgewandtes Vorhaben dar und ist integrationshemmend“, erklärt er. Hintergrund der Anfrage sei, dass dem VIKZ in der Vergangenheit von nordrhein-westfälischen Behören der Betrieb eines Schülerwohnheims sowie von internatsähnlichen Einrichtungen untersagt worden sei.

Projekte bewerten

In seiner Anfrage möchte Kämmerling von der Landesregierung wissen, wie diese, die vom VIKZ in NRW betriebenen Projekte vor dem Hintergrund ihrer integrationsfördernden Eignung bewertet. Dabei sollen alle Einrichtungen, die der Landesregierung bekannt sind, einzeln aufgeführt werden. Außerdem fragt Kämmerling, welche Erkenntnisse von der Kölner Polizei in der „Arbeitsgruppe VIKZ“ gesammelt wurden und wie der Verband vor dem Hintergrund enorm hoher Investitionen einer offensichtlich aktiven Expansion finanziert werde.

Zudem geht es in der Anfrage darum, warum in der Vergangenheit Genehmigungen zur Einrichtung von Internaten durch den VIKZ von den zuständigen Behören, wie beispielsweise dem Landesjugendamt Rheinland, nicht erteilt worden seien.

Junge Menschen isolieren

Außerdem soll die Landesregierung Auskunft erteilen, welche Auffassung sie bezüglich der von Dritten verfassten Aussage, die Studenten- und/oder Schülerwohnheime des VIKZ seien integrationshemmend, weil sie junge Menschen von der westlichen Grund- und Werteordnung isolieren, vertrete.

„Egal, was bei dieser Prüfung herauskommt: Für mich steht fest, dass ein derart isoliertes Studentenwohnheim eine der schlechtesten Ideen ist, die man gerade für den Stadtteil Mühle haben kann. Insbesondere die Mühle braucht Akzeptanz für Integration. Abgeschottete Einrichtungen aber bewirken das Gegenteil. Ich persönlich begrüße das Vorhaben des VIKZ nicht“, so Kämmerling.

(se)