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Stolberg: Muslime zeigen, dass sie anders sind

Stolberg : Muslime zeigen, dass sie anders sind

Heinz-Jürgen Held von der Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) traut beim Brötchenholen seinen Augen nicht: Eine Gruppe von Pakistani kehrt am frühen Neujahrsmorgen die Mühle.

Selbst die Kleinsten helfen mit. So auch die beiden Schwestern Fareeha (6) und Khadija Nasir (4). Die Mädchen heben Verpackungen vom Boden auf, sammeln die herumliegenden Überreste des mitternächtlichen Feuerwerkes in Mülltüten ein.

Die Gruppe, die bereits im zweiten Jahr die Mühle am Neujahrsmorgen säubert, ist eine Religionsgemeinschaft. „Ahmadiyya Muslim”, Ortsverein Stolberg, nennt sich die kleine Gemeinde. Die Stolberger Gemeinde besteht im 12. Jahr.

„Wir sind Moslems”, sagt Mohammad Tahir, Generalsekretär der Stolberger Glaubensgemeinschaft. Das betont er, kann er es doch in Deutschland ungestraft behaupten. In seiner Heimat Pakistan „wird man mit Gefängnis bestraft, wenn man als Ahmadiyya sagt, dass man Moslem sei”.

Thahir und Abdul Hameed Nasir, Präsident der Stolberger Gemeinschaft, distanzieren sich ausdrücklich von jeder Art von Fundamentalismus. „Die Ahmadiyya Muslim sind ausdrücklich gegen jede Art von Gewalt”. „Um zu zeigen, dass wir anders sind, müssen wir mit gutem Beispiel voran gehen”, erklärt Tahir.

„Die Aufräumaktion am Neujahrsmorgen ist deutschlandweit”, die Aktion in Stolberg kein Einzelprojekt. Von der Mühle bis zum Bastinsweiher arbeitet sich die 22-köpfige Gruppe, kehrt und reinigt, während die meisten Menschen noch im Bett liegen, während ihr Kater noch laut „miaut”.