Stolberg: Musikalischer Cocktail mundet dem Publikum

Stolberg: Musikalischer Cocktail mundet dem Publikum

Wie ein deutsch-englisches Ehepaar das Weihnachtsfest feiert, demonstrierten Kaybee und John Cashmore am Wochenende bei ihrem Weihnachtskonzert im Museum Zinkhütter Hof. In ihrem gemütlichen Wohnzimmer mit geschmücktem Weihnachtsbaum präsentierten sie eine bunte Mischung aus deutschen und internationalen Liedern.

Während der Heiligabend ganz nach deutscher Tradition gehalten wird, ist für die Briten der erste Weihnachtstag der eigentliche „Christmas Day” - ein Tag, der viel Arbeit, viele Gäste und viel Spaß bedeutet.

Gesang beim Staubsaugen

Einleitend gab es ein musikalisches Potpourri mit „Hark! The Herald Angels sing”, „Alle Jahre wieder”, „Jingle Bells”, „Rudolf, the rednosed reindeer” und „Merry Christmas”. Während des Staubsaugens sang John Cashmore den bekannten Queen-Song „I want to break free”.

Nach dem Aufräumen saßen beide auf dem Sofa und erinnerten sich noch einmal an ihren gemeinsamen Freund Eric Woolfson, der Anfang des Monats gestorben war. Auf dem Tisch stand der Beamer, der passend zu jedem Lied ein Stimmungsbild an die Wand projizierte. Für die magische Vision des Schneefalls an Weihnachten sorgt immer wieder der Weihnachtsklassiker „Winter Wonderland”. Der kam auch in Stolberg bestens an und sorgte für eine romantische Weihnachtsstimmung.

Nach dem „A Wonderful Christmastime” von Paul McCartney machten sich die beiden Künstler auf zur Weihnachtsmesse in die Kirche, wie es in Deutschland üblich ist. Mit dem „O holy night” und einem „Ave Maria” machte der liebenswürdige John Cashmore seinem Namen alle Ehre. Das „Stille Nacht” sang die erfolgreiche Entertainerin Kaybee dann gemeinsam mit dem Publikum.

Zu den beliebtesten und bekanntesten Weihnachtsliedern aus dem angelsächsischen Sprachraum zählen „Joy to the world”, „Hark! The Herald Angels Sing” und „We wish you a Merry Christmas”, die die beiden abwechselnd oder im Duett publikumswirksam zu Gehör brachten. Weder John Cashmore noch seiner Ehefrau fehlte es an Material und Kraft, an Glanz und an eindringlichen Tönen.

Partystimmung war im zweiten Teil angesagt, und mit „Feliz navidad”, von Songwriter Jos Feliciano aus Puerto Rico kündigte Kaybee den englischen Weihnachtstag an. Ihre soulartige und rockige Mezzosopranstimme war wie geschaffen für „Have yourself a merry little Christmas”, das Judy Garland 1944 erstmals in dem Musical „Meet me in St. Louis” gesungen hatte.

Nach der Interpretation von „Mary´s boychild” im Stil von Harry Belafonte brachte John Cashmore einen acht Kilo schweren Truthahn auf den Tisch, den er schon in der Frühe vorbereitet hatte. Zusammen mit einem Glas Sekt wurde dieser an die Fangemeinde ausgegeben.

Nach dem Essen gab es die Christmas Crackers. Sie sehen aus wie übergroße Bonbons. Zu zweit zieht man an den beiden Enden, um den Cracker mit einem Knall zu öffnen. Hervor kamen einfarbige Papierhüte, ein Papierkrönchen oder ein kleines Spielzeug. Die Stimmung wurde immer ausgelassener, so dass es nicht nur das von Irving Berlin 1942 komponierte „White Christmas” gab, sondern auch ein „Blue Christmas” aus dem Weihnachtsalbum von Elvis Presley.

Zwischendurch wurde immer sehr viel aus dem persönlichen Nähkästchen geplaudert. Schade nur, dass die musikalische Begleitung ausschließlich vom Band kam und oftmals zu laut war. Obwohl die Arrangements sehr gut waren, hätten sich viele Zuhörer lieber eine Live-Begleitung gewünscht. Das wäre bei den recht hohen Eintrittspreisen angemessener gewesen.

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