Stolberg: „Monopol-Stellung bei Trauungen” befürchtet

Stolberg: „Monopol-Stellung bei Trauungen” befürchtet

„Ich habe die Befürchtung, dass es zu einer Monopol-Stellung bei Trauungen in Stolberg kommt”: Die hegt Thomas Voncken seitdem er aus unserer Zeitung erfahren hat, dass der Bürgermeister dem Hauptausschuss am Dienstag Monika Lück als Pächterin der Burggastronomie vorschlägt.

Der Betreiberin des Kupferhofes Rosental ist bereits die Möglichkeit durch die Standesamt-Aufsicht bei der Städteregion die Möglichkeit eingeräumt worden, Räume in dem Denkmal für Eheschließungen zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls die Burg verfügt über die Lizenz, dass Standesbeamte dort Trauungen vollziehen dürfen. Burg wie Kupferhof locken mit ihrem Ambiente neben dem Rathaus zunehmend Brautpaare auch von außerhalb für ihr Ja-Wort nach Stolberg.

Voncken, der 2008 Gut Kranen-sterz vorwiegend in Eigenleistung Gut Kranensterz restauriert hat und in seinen Räumlichkeiten ebenfalls zahlreiche Hochzeitsgesellschaften bewirtet, sieht eine Wettbewerbsverzerrung. Mit Burg und Kupferhof lägen die interessantesten Objekte für Hochzeiten in einer Hand - zumal Lück das Alleinbewirtschaftunsgrecht auf der Burg zugesichert werden solle.

Voncken hat sich selbst um eine Übernahme der Burggastronomie beworben, und sei immer auf die Entscheidung des Hauptausschusses vertröstet worden. Ebenso wie vier weitere Interessenten - unter anderem zwei aus Eschweiler und einem aus Aachen - neben Monika Lück. Auch er habe der Burg mit Veranstaltungen wieder mehr Leben einhauchen und Gäste von außerhalb in die Altstadt locken wollen. Dass Ferdi Gatzweiler nun die Stolberger Gastronomin und Geschäftsfrau als zukünftige Betreiberin vorschlage, habe ihn mehr als überrascht. Außerdem habe auch er sich beim Bürgermeister um eine Lizenz für Gut Kranensterz als Außenstelle des Standesamtes bemüht.

Das bestätigt der Verwaltungschef, aber Voncken habe das dafür erforderliche Konzept bis dato nicht eingereicht, erklärte Ferdi Gatzweiler auf Anfrage. Nicht die Stadt, sondern die Aufsichtsbehörde bei der Städteregion entscheide nach sorgfältiger Abwägung über eine Zulassung für standesamtliche Tätigkeiten. „Ich bin da durchaus für Wettbewerb, denn Konkurrenz belebt das Geschäft”. Aber man müsse auch die Voraussetzungen erfüllen. Und ohne Konzept könne der Wunsch auf Anerkennung eines Trauzimmers nun einmal nicht geprüft werden.

„Die Angebote abgewogen”

Im Gegensatz zur gastronomischen Bewirtung stünden allerdings die Termine für Trauungen durch Standesbeamte auf der Burg Jedermann offen; sie seien völlig unabhängig zu betrachten von der Möglichkeit, seine privaten Feierlichkeiten auf der Burg oder anderswo vorzunehmen, unterstrich der Verwaltungschef die strikte Trennung der Amtshandlung und des Gastronomiebetriebes.

Eine andere Frage ist aus Sicht des Bürgermeisters allerdings die der Verpachtung der Burggastronomie. „Sie wurde öffentlich ausgeschrieben, wir haben die vorliegenden Angebote gesichtet und abgewogen”, so Gatzweiler weiter. Dabei kam die Verwaltung zu der eindeutigen Entscheidung, die Gastronomie auf dem Wahrzeichen der Stadt Monika Lück anvertrauen zu wollen.

Die Entscheidung falle zwar erst im Hauptausschuss am Dienstag, aber durch eine Verpachtung an Monika Lück könne er weder eine Beeinträchtigung des gastronomischen Wettbewerbs noch eine Monopolstellung erkennen, sagt Gatzweiler. Und die Eheschließung als formaler Akt war und bleibe eine Amtshandlung - und auf die habe nur der Staat das Monopol.