Stolberg: Moderne Technik: Ritzefeld tauscht Server gegen Cloud

Stolberg : Moderne Technik: Ritzefeld tauscht Server gegen Cloud

Die Nutzung von Medien findet in den Schulen inzwischen auch außerhalb vom speziellen Computerräumen statt — sie ist in vielen Fächern fester Bestandteil des täglichen Unterrichts. Trotzdem sträuben sich einige Schulen in der Region gegen die Einführung von Laptop- oder I-Pad-Klassen.

Die Kosten für die Anschaffung der Endgeräte ist dabei nicht das größte Problem. Vielmehr ist es der personelle Aufwand, den die Schulen leisten können. Die Schulen sind für den sogenannten First Level Support der Geräte und Server zuständig. Das bedeutet, dass einige Lehrer als Ansprechpartner bei Anwendungsproblemen mit Software und dem lokalen Netzwerk der Schule fungieren und sich auch um die Datensicherung kümmern müssen.

Unterschreiben die Absichtserklärung: Thomas Jordans, Geschäftsführer von AixConcept und Schulleiter Dr. Uwe Bettscheider. Foto: at

„Wo genau die Grenzen der Zuständigkeit liegen, ist nicht klar definiert“, sagt der Leiter des Ritzefeld-Gymnasiums, Dr. Uwe Bettscheider. Bei größeren Problemen müssen die Lehrer viel Zeit investieren. Je mehr Endgeräte für Schüler und Lehrer zur Verfügung stehen, desto größer wird schließlich auch der Aufwand für die Schule.

Um dieses Problem zu lösen, soll am Ritzefeld-Gymnasium ein deutschlandweit einzigartiges Pilot-Projekt starten. Nach den Sommerferien werden besonders Technik affine Lehrer sowie Schüler aus der Jahrgangsstufe 6 mit 80 sogenannter Convertibles ausgestattet. Das sind Geräte, die als Laptop oder Tablet genutzt und über einen Touchscreen oder mit einem Stift bedient werden können.

Das besondere ist, dass die Geräte keinen festen Server benötigen. Das komplette Management von Geräten und Software wird von einer externen IT-Firma übernommen. Das Unternehmen AixConcept kann die Wartung der Geräte über eine sogenannte Cloud von Aachen aus steuern. Probleme können über eine Hotline gemeldet werden und die Schule muss lediglich über eine gesicherte WLAN-Verbindung verfügen. „Das spart Kosten und entlastet die Schulen“, sagt Thomas Jordans, Geschäftsführer von AixConcept.

Das neue IT-Management soll viele Vorteile bringen. Lehrer und Schüler können sich beispielsweise auch von zu Hause oder unterwegs mit ihren privaten Computern oder Smartphones in das System einloggen. Auch der Unterricht soll sich ändern: „Das gedruckte Mathebuch soll fast vollständig durch ein digitales Programm ersetzt werden“, sagt Bettscheider. Schüler und Lehrer sollen über digitale Klassenräume vernetzt werden. So können Schüler von verschiedenen Geräten aus gemeinsam an einem Dokument arbeiten. Die Software stellt sicher, dass jeder Zugang zu den benötigten Daten hat und dass gleichzeitig die Daten von jedem einzelnen geschützt sind.

AixConcept stellt der Schule den Service kostenlos zur Verfügung, im Austausch für konstruktives Feedback von Schülern und Lehrern. Jordans und Bettscheider haben eine Absichtserklärung unterschrieben, in der sie die Zusammenarbeit für die nächsten zwei Jahre festlegen. Danach, hofft Bettscheider, sollen mehr Convertibles angeschafft werden, damit alle Jahrgänge von dem neuen Cloud-System profitieren können.

„Unser Ziel ist es, die Kinder auf die Welt von morgen vorzubereiten“, sagt Bettscheider. Die Schüler sollen mit dem neuen Projekt besser auf Studium und Beruf vorbereitet werden. „Dort ist der sichere Umgang mit Technik Voraussetzung“, sagt der Schulleiter.

(at)
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