Stolberg/Hürtgenwald: Mit Shinisaurus zur zweiten Karriere

Stolberg/Hürtgenwald: Mit Shinisaurus zur zweiten Karriere

Kennen Sie Kinixys belliana? Oder Shinisaurus crocodilurus? Falls nicht, sollten Sie einmal einen Blick in die Veröffentlichungen von Manfred Rogner werfen. Dem 62-jährigen (bis 1991) Zweifaller, der heute in Hürtgenwald lebt, haben es die Tiere mit den beinah unaussprechlichen Namen angetan.

Genau genommen sind es Amphibien und Reptilien, die den ehemaligen Lehrer seit dem Studium in seinen Bann ziehen. Seit 1970 schreibt Rogner für diverse Fachzeitschriften, und seitdem hat er auch über 30 Bücher herausgebracht. Sogar in China und den USA sind die Werke erschienen.

Exkursion nach Österreich

Angefangen hat seine Leidenschaft mit dem ersten Aquarium im Jugendalter. Echsen, Kröten, Schlangen und deren Verwandten ist Manfred Rogner seit des Biologiestudiums auf den Spuren. Der Autor erinnert sich: „Wir haben eine Exkursion nach Österreich zum Neusiedler See unternommen. Interesse an Tieren hatte ich schon immer. Dort bin ich dann bei den Amphibien und Reptilien hängen geblieben.” Ganz widmet er sich seiner Leidenschaft dennoch zunächst nicht. Er tritt eine Stelle als Deutsch- und Biologielehrer an. 1970 wagt er dann den ersten Schritt hin zum Autor. Einer Zeitschrift bietet Rogner einen Artikel über die Kindsunterschiebung bei Fischen an. Die Zeitschrift druckt seine Version ab, und schon zählt Manfred Rogner zum Autorenpool. „Schreiben hat mir einfach Spaß gemacht”, lautet seine einfach Erklärung.

Das erste Buch 1985

Das erste Buch folgt 1985. Es handelt von Schildkröten und wird stolze 85000 Mal verkauft. Und das nicht nur in Deutschland. Rogners Bücher erscheinen unter anderem in Polen, Griechenland, Albanien, Moldawien, China und den USA. Vor sieben Jahren wird der Lehrer in den Ruhestand geschickt. Unglücklich ist er darüber nicht, kann er sich nun doch voll und ganz auf seine zweite „Karriere” als Autor konzentrieren. Rogner erlebt bei seinen Reisen viele Abenteuer und erkundet fremde Länder. Ein Lieblingsbuch hat Manfred Rogner auch. Es trägt den wenig spektakulären Titel „Kanarische Inseln”, und bis zur Fertigstellung hat der Autor acht Jahre benötigt.

„Ich musste 24 Mal dorthin, um das Buch zu schreiben”, sagt er und lächelt dabei. Die meisten Bücher schreibt er jedoch über Tiere. Da ist es beinah klar, dass Rogner selbst viele Tiere in seinem Haus beherbergt. Das Aquarium mit Buntbarschen steht im Arbeitszimmer, im Garten fressen sich einige Schildkröten an Salatblättern satt und im Flur tollt ein West-Highland-Terrier-Welpe umher. Wichtig ist ihm vor allem eines: „Ich will aufklären”, betont der 62-Jährige.

Zu oft hat der engagierte Naturschützer beobachtet, dass sich angebliche Tierfreunde kleine Schildkröten, Leguane oder dergleichen kaufen und dann die Lust an den Tieren verlieren, sobald sie größer sind. Auch deswegen forscht Manfred Rogner unermüdlich weiter.

So lernt er im Lauf der Jahre Kinixys belliana und Shinisaurus crocodilurus kennen. Deren deutsche Namen sind ähnlich kompliziert. Wenn Sie nun mehr über die Glattrand-Gelenkschildkröte und Krokodilschwanz-Höckerechse erfahren wollen, bei Manfred Rogner und seinen Büchern sind Sie gut aufgehoben.

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