Sommer-Benefizkonzert: Mit ordentlich Luft in den Lungen

Sommer-Benefizkonzert : Mit ordentlich Luft in den Lungen

Die neu gegründete Bläserklasse des Goethe-Gymnasiums feierte beim Sommer-Benefizkonzert der Musikschule Merz Premiere und überzeugt ihr Publikum.

19 Mitglieder der 23-köpfigen Bläserklasse des Goethe-Gymnasiums probten vor Beginn des Sommer-Benefizkonzerts so lautstark, dass ihre Musiklehrerin Mathilde Kick sie zur Ordnung rufen musste. Einige lugten neugierig und aufgeregt von hinten in den gut gefüllten Saal im Zinkhütter Hof hinein. „Das ist für sie der erste Auftritt außerhalb der Schule“, erläutert Kick schmunzelnd.

Auf der Bühne war von der Nervosität dann aber nichts mehr zu spüren: Die Gymnasiasten präsentierten Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“, ein japanisches Volkslied namens „Sakura, Sakura“ und ein jamaikanisches Volkslied mit dem Titel „Banana Boat Song“, beide im Arrangement von John Higgins, souverän und mit Leichtigkeit.

Die Bläserklasse des Gymnasiums gibt es erst seit vergangenem Herbst. Schüler der fünften Klasse erhalten jährlich für zwei Jahre die Möglichkeit, anstatt des normalen Musikunterrichts drei Stunden in der Woche Ensemble-Unterricht zu nehmen. Querflöte, Klarinette, Alt-Saxophon, Trompete, Posaune und Euphonium können dabei gegen eine monatliche Gebühr von der Schule ausgeliehen werden.

Die Kooperation mit der Musikschule Merz besteht darin, dass drei Lehrer der Musikschule den Gymnasiasten den wöchentlichen Instrumentalunterricht für Bläser geben. Das Ziel sei es, ein Schulorchester aufzubauen, erläutert Kick, die die Orchesterleitung innehat. Die Premiere der Bläserklasse im Zinkhütter Hof, die der Direktor der Musikschule Merz und erster Vorsitzender des Fördervereins Musica Stolberg, Herbert Merz, bei der Begrüßung des Publikums als die „Philharmonie Stolbergs“ bezeichnete, gelang jedenfalls schon einmal.

Beim Sommer-Benefizkonzert spielten nicht nur die Schüler des Goethe-Gymnasiums, sondern auch die Mitglieder der Musikschule Merz zugunsten des Fördervereins Musica Stolberg, für den am Konzertabend Spenden in Höhe von 800 Euro eingenommen wurden. Die musikalische Einstimmung auf den Abend gab es dieses Mal auf der Empore des Museums Zinkhütter Hof, wo die Saxophonisten Max Allard, Max Hausmann, Maurice Bonjean und Leonard Kolewa unter der Leitung von Johannes Flamm dem Publikum oben zum Anfassen nah waren und „Bohemian Rhapsody“ von Queen präsentierten.

Wohltuende Harfenklänge

Der Streicher-Spielkreis unter der Leitung von Martina Blömer und in Begleitung von Max Allard am Klavier bearbeitete die Instrumente nicht nur mit dem Bogen, sondern auch mit den Fingern und ließ Traditionals wie „Drunken Sailor“ und E. H. Jones‘ „Kemp’s Jig“ sowie „Lord MacDonald’s Reel“ erklingen.

Zarte und wohltuende Harfenklänge gab es von Esther Ringel, Yvonne Schmidt, Anna Simons und Gabriele Sous, die in Begleitung von Christian Ringel an der Rahmentrommel mit traditionellen französischen, englischen und israelischen Liedern zum Träumen einluden. Johann Sebastian Bachs schnelle Toccata und Fuge D-Moll sei eigentlich für ein Saxophon-Quartett ausgelegt, da aber ein Mitglied kurzfristig ausgefallen sei, werde die Komposition nun als Trio präsentiert, erläuterte Leiter Flamm vor dem Spiel der Saxophonisten.

Das änderte aber nichts daran, dass die Musiker Klänge erzeugten, die den gesamten Saal ausfüllten, und am Ende mit begeistertem Applaus für die Darbietung belohnt wurden. Das „Konzert G-Dur“ von Georg Philipp Telemann für Viola, Streicher und Basso continuo gab das Streichorchester zum Besten, bevor das Sax-Ensemble mit „Ulla in Africa“ von Heiner Wiberny und Queens „Don’t Stop Me Now“ die Bühne eroberte.

Zum Abschluss riss das Modern-Sound-Orchester unter der Leitung von Frank Rebien das Publikum mit den Liedern „Axel F“ von Harold Faltermeyer, bekannt aus dem Film „Beverly Hills Cop“, „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg und Andrew L. Webbers „Any Dream Will Do“ noch einmal richtig mit.

(mepo)
Mehr von Aachener Zeitung