Stolberg: Mit „Mia” einen Ausflug in die Zukunft machen

Stolberg : Mit „Mia” einen Ausflug in die Zukunft machen

Auf den ersten Blick wirkt sie ein wenig ungewöhnlich, auf den zweiten vielleicht auch etwas futuristisch. Manche würden sogar sagen, sie sei hässlich. Ein echter Hingucker war Mia beim fünften Energiespartag der EWV aber auf jeden Fall.

Das kleine Elektroauto mit dem einprägsamen Namen zog viele Blicke der neugierigen Besucher auf dem Willy-Brandt-Platz auf sich. „Mia polarisiert, keine Frage”, weiß Energieberater Dietmar Grot um das befremdliche Design des klotzigen Mobils, das nicht unbedingt jedem gefallen hat. Mias innere Werte und die Alternativen der Elektromobilität - das Hauptthema des fünften Energiespartages der Energie- und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) - überzeugten jedoch alle Besucher gleichermaßen.

Das galt auch für die vielfältigen Beratungsangebote und die nützlichen Tipps beispielsweise zur energetischen Modernisierung und Sanierung des Eigenheims, zur effiziente Beleuchtung oder energiesparenden Verbrauchsgewohnheiten.

„Es fällt wirklich auf, dass wir hier ein hoch interessiertes Publikum haben. Die Leute bringen ihre Fragen und Pläne mit und sind gut vorbereitet”, sah Marketingleiter Andreas Ihrig jederzeit beschäftigte Berater und Experten. Auch Dietmar Grot fand kaum eine Minute, in der er keine Fragen zu Mia und den Vorzügen der Elektromobilität beantworten musste. „Das ist ein ganz neues Konzept. Vorne gibt es nur einen Fahrersitz in der Mitte und dahinter noch einmal zwei Sitze. Die Mia ist als reines Elektrofahrzeug nur für Städte und Metropolen gedacht”, erklärt der Energieberater.

Das liege daran, dass das Auto nicht weiter als 140 Kilometer pro Batterieladung komme, was dennoch für viele Berufstätige bei weitem ausreiche, um es für den täglichen Weg zur Arbeit und andere Strecken durch die Stadt zu benutzen. In zwei Jahren soll das Elektromobil auch für Privatleute auf den Markt kommen, schon in wenigen Monaten werden die ersten Mias, die es auch als etwas längeren Viersitzer und Kastenwagen zu kaufen gibt, an Kommunen, Unternehmen und Institutionen gehen. Auch die EWV erhält im Herbst zwei Fahrzeuge. „Da gibt es ein starkes Interesse bei Kleinunternehmen wie dem Pizzaservice oder CarSharing-Unternehmen”, sagt Grot. Das Fahrzeug ist mit einem Preis ab 19500 Euro im Vergleich zu anderen Elektroautos - der von der EWV umgebaute Fiat 500 kostest beispielsweise rund 60.000 Euro - verhältnismäßig günstig.

Noch ein „Zukunftsthema”

Projekte wie Mia zeigen, dass die Elektromobilität einen großen Schritt gemacht hat, für Andreas Ihrig ist sie aber (noch) ein „Zukunftsthema”. So seien die Tanksäulen für Elektrofahrzeuge, die die EWV in ihrem Verbreitungsgebiet aufgestellt hat und noch einrichten wird, vielmehr ein Schritt, um die E-Mobilität bekannt und sichtbar zu machen, als ein notwendiger Ausbau der Infrastruktur. „Wer ein Elektroauto hat, wird es dann normalerweise zu Hause laden”, meint Ihrig, der aber daran erinnert, bei soviel Zukunft nicht die Gegenwart zu vergessen. „Wer jetzt CO2 sparen will, kann ein Erdgasauto kaufen. Da bekommt man ein vollwertiges Fahrzeug, ohne auf etwas verzichten zu müssen”, erklärt Ihrig, der im Erdgasauto keinen Zwischenschritt, sondern eine Ergänzung zu Elektromobilen sieht.

Eine Ergänzung zum Auto sind auch die Elektrofahrräder. „Im Anschluss an die Räder soll es auch Elektroroller geben, die nach dem gleichen Konzept vermarktet werden”, nennt Dietmar Grot weitere Pläne.

Über das Trendthema E-Mobilität hinaus zogen auch die anderen Stände und Aussteller viele interessierte Leute an. „Ich bin wirklich überrascht, was hier los ist”, hatte Gerhard Weiß von der Verbraucherzentrale viele Fragen, speziell zum Thema Schimmel, zu beantworten. Für Fragen standen auch die Experten auf der Bühne im EWV-Gebäude bereit, die jede halbe Stunde zu einem Thema zum Energiesparen referierten und informierten. In der Zwischenzeit erfüllte Maskottchen Power Paul für ein Fotoshooting mit den Kindern und die A-Capella-Gruppe „Mit Ohne Alles” die Bühne mit Leben.

„Viele Leute haben auch ihre alten Glühbirnen mitgebracht und sie kostenlos gegen Energiesparlampen getauscht”, erzählt Carla Hillemacher, die wie die anderen Auszubildenden der EWV den Energiespartag mitgestaltete. „Viele wissen gar nicht, was man mit einfachen Mitteln alles sparen kann”, sagt die Auszubildende mit Blick auf die wie eine Wohnung wirkende Ausstellung von Küchen- und Haushaltsgeräten, zu denen jeweils energiesparende Gebrauchsanweisungen gegeben wurde. Auf dem Willy-Brandt-Platz wurde die Rundum-Beratung mit einer Fahrt auf der Hebebühne eines Kranwagens in luftige Höhe und dem Angebot des Busses der EnergieAgentur.NRW abgerundet.

Andreas Ihrig war sehr zufrieden: „Der Energiespartag hat sich etabliert. Die Leute kommen nicht hierhin, um nur Kaffe zu trinken und Kuchen zu essen, sondern weil sie wissen, dass sie hier gut beraten werden.”

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