Stolberg: „Mission Stolberg” fing mit demoliertem Auto an

Stolberg: „Mission Stolberg” fing mit demoliertem Auto an

„Es ist ein überwältigendes Gefühl.” Dies waren die ersten Worte, die Pfarrer Norbert Glasmacher an die Gläubigen richtete. Voll waren die Kirchbänke in der Pfarrkirche St. Franziskus; alle waren für ihn gekommen.

Abschied nehmen hieß es - ein Abschied, der allen sichtlich schwerfiel. „Vor 15 Monaten rief mich der Personalchef an. ?Hör, da ist ein Mann aus Kanada, hat er gesagt”, erzählte Pfarrer Funken gerührt. Father Norbert Glasmacher kam nach Stolberg.

„Heute kann ich sagen: Was ein Segen, ein Engel ist vom Himmel gefallen”, sprach Funken. Es war kein normaler Gottesdienst an diesem Samstagabend in der Velau. „Es ist das erste Mal in meiner Zeit als Priester, dass ich so einen Abschied bekomme”, verriet Glasmacher. Er sei traurig, dass seine Zeit in Stolberg nun zu Ende gehe.

„Wir sind zusammen ein Stück Weg im Glauben gegangen. Ich war lange Zeit im Ausland, und es war viel schwerer als gedacht, sich wieder in Deutschland zurechtzufinden”, erzählte Glasmacher, der vor 15 Monaten direkt aus Kanada in der Kupferstadt eingetroffen war.

„Ich war zuerst wie ein Fisch ohne Wasser. Sie haben mir wieder Wasser zum Atmen gegeben, Ihre Offenheit und Freundlichkeit hat mir geholfen, Fuß zu fassen. Dafür gebührt Ihnen ein großer Dank”, ließ Glasmacher in der sehr persönlichen Ansprache die Gläubigen wissen.

Diese bedankten sich stehend mit langem, warmem Applaus bei ihrem Pfarrer mit dem sympathischen englischen Akzent.

„Als ich krank geworden bin, hat er sofort die Vertretung übernommen”, erinnerte sich Funken.

Der kanadische Father Glasmacher, der eigentlich als „Lehrling” nach Stolberg gekommen war, übernahm in der gerade neu geschaffenen Großpfarre St. Lucia große Verantwortung. Hervorragende Arbeit habe er geleistet, sein Organisationstalent und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen und auf ihrem Weg zu begleiten, hätten ihn ausgezeichnet.