Stolberg: Mehr Verkehrssicherheit von Radfahrern an der Rhenaniastraße

Stolberg: Mehr Verkehrssicherheit von Radfahrern an der Rhenaniastraße

Weder Rhenania- noch Münsterbachstraße sind bislang als Paradies für Fahrradfahrer einschlägig bekannt. Zu unübersichtlich ist die Situation vor allem am Knick, wo sich beide Straßen treffen.

Und an der Einmündung zum Berthold-Wolff-Park, wo nur geübte Radler ihren Weg auf dem Zweirad in Richtung Kreisverkehr fortsetzen können, ohne absteigen zu müssen.

Dieser Zustand soll nach dem Willen der Verwaltung bald der Vergangenheit angehören, die Sicherheit für Radfahrer im Gewerbegebiet signifikant erhöht werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) wird in seiner Sitzung am 23. August über neue Radverkehrsanlagen entscheiden. Konkret sollen entlang der Rhenaniastraße - auf dem Stück zwischen Atsch Dreieck und der Abbiegung zur Münsterbachstraße - beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer angebracht werden.

Zusätzlich sollen auf der Münsterbachstraße, am bislang vorhandenen Gehweg zwischen der Zufahrt zum Saint-Gobain-Werksgelände und dem Kreisverkehr zur Eschweilerstraße, ein kombinierter Geh-Radweg installiert werden.

Vor Jahren wurde entlang der Rhenaniastraße ein erster, ähnlicher Versuch unternommen, die Straßen für Radfahrer sicherer zu machen, sagt Helmut Hersch vom zuständigen Planungsamt. „Mit ?Angebotsstreifen gab es vor rund 20 Jahren diese Idee, die aber verkehrsrechtlich nicht abgesichert gewesen ist.”

Von jenen ersten Unternehmungen zeugen noch heute beidseitig rote und mal mehr, mal weniger gut „erhaltene” Reststreifen entlang der Fahrbahn. Allerdings habe es damals keine Regelung in der Straßenverkehrsordnung gegeben, dass diese Streifen von Fahrradfahrern genutzt werden. Die Planung sieht vor, auf diesen „Resten” die neuen Schutzstreifen entstehen zu lassen.

Die nun geplanten etwa 1,50 Meter breiten Markierungen sollen im Anschluss an die vorhandenen Radwege im Knoten Atsch Dreieck bis vor den Knick, auf Höhe der Linksabbiegespur Richtung Hauptbahnhof, führen. Die vorhandene Mittelmarkierung entfällt entsprechend. „Die Restfahrbahnbreite ist ausreichend, so dass Pkw ohne Probleme aneinander vorbeifahren können”, sagt Helmut Hersch.

„Größere Fahrzeuge wie Busse oder Lkw können die Schutzstreifen im Bedarfsfall mitbenutzen.” Der Parkraumbedarf entlang der Rhenaniastraße werde als unbedenklich eingestuft, so dass im Bereich der Schutzstreifen Halteverbotsschilder aufgestellt werden sollen.

Im Verlauf der Münsterbachstraße würden sich weitere markierte Schutzstreifen jedoch nicht eignen, heißt es aus dem Planungsamt. Grund sind der zu geringe Fahrbahnquerschnitt (inklusive zusätzliche Abbiegestreifen) und ein verhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen mit einem „großen Anteil an Schwerverkehr”, wie es in der entsprechenden ASVU-Vorlage heißt.

Deshalb soll der 2,50 Meter breite Gehweg, den an normalen Werktagen außerhalb der Ferien in Spitzenstunden laut einer Studie 63 Fußgänger und elf Radfahrer benutzen, nun „aufgeteilt” werden. Nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) lägen diese Werte noch „innerhalb der Einsatzgrenzen” für eine gemeinsame Nutzung.

Entlang des kritischen Verkehrspunktes Eingang Berthold-Wolff-Park könnten aus Platzgründen allerdings keine weiteren verkehrstechnischen Maßnahmen getroffen werden, sagt Helmut Hersch.

Dass der Beschlussvorschlag im ASVU „durchgewunken” wird, gilt als sicher, schließlich wird die geplante Maßnahme vom Landesbetrieb Straßenbau NRW durchgeführt und kostet die Stadt Stolberg keinen Cent.

Wann die Schutzstreifen und der Kombi-Weg tatsächlich für mehr Sicherheit sorgen, das steht allerdings noch nicht fest. Hersch: „Nach dem Beschluss geben wir die verkehrsrechtliche Anordnung sofort an den Landesbetrieb weiter, alles andere liegt dann nicht an uns. Natürlich wäre es zu begrüßen, wenn die Maßnahmen spätestens 2013 umgesetzt werden.”