Stolberg-Breinig: Mehr Parkplätze im Neubaugebiet geplant

Stolberg-Breinig: Mehr Parkplätze im Neubaugebiet geplant

Begeistert von einer Realisierung des Mehrfamilienkomplexes in der bislang geplanten Form im Edi-Braun-Neubaugebiet sind die Anwohner zwar nicht wirklich, aber nach einer Unterredung mit der Verwaltungsspitze haben sie offensichtlich eine ihrer Kernforderungen durchsetzen können: Auf dem Gelände der Mehrfamilienhäuser soll mehr Parkraum geschaffen werden, als bislang geplant.

Damit würde die zuvor kritisierte Überschreitung der GRZ II — die Grundflächenzahl für die überbaubare Fläche unter Hinzuziehung von Garagen, Stellplätzen und Zufahrten — noch weiter überschritten als beantragt, aber das würde billigend in Kauf genommen. Was sich bei der Diskussion mit Bürgermeister und Technischem Beigeordneten bereits andeutete, manifestiert sich nun in der Vorlage für Hauptausschuss und Stadtrat am 14. November.

Darin empfiehlt die Verwaltung der Politik, dem Einspruch der FDP zu folgen.

Die Liberalen hatten sich mit ihrem Veto gegen die mehrheitlich von CDU und SPD gebilligten Abweichungen vom Bebauungsplan in drei Punkten gewandt. Einer davon war eben diese Überschreitung der GRZ II. Die Nachbarn hatten die Sorge, dass erst dadurch die erforderliche Anzahl von Stellplätzen für die beantragten 23 Wohnungen ermöglicht werde. Laut Bebauungsplan muss für jede Einheit eines Mehrfamilienhauses ein Parkplatz geschaffen werden. Die Planer hatten 25 vorgesehen, wodurch es zu der Überschreitung der GRZ II kommen würde. Aber auch ohne Abweichung hätten die geforderten 23 Stellplätze angelegt werden können.

Die Nachbarschaft hatte anfangs gehofft, an diesem Hebel die Anzahl der Wohnungen reduzieren zu können. Die Verwaltung hielt in der sachlich geführten Gesprächsrunde gegen, dass diese Anzahl nicht nur konform mit der Bauleitplanung sei, sondern angesichts des 4000 Quadratmeter großen Grundstückes auch städtebaulich und wirtschaftlich angemessen sei.

Darüber hinaus seien Mietwohnungsbau politisch gewollt und von Anfang an Teil des Konzeptes für das Neubaugebiet gewesen. Als Konsequenz daraus plädierten die Anlieger dafür, den Anteil der Parkflächen auf dem Privatgrundstück unter Verzicht auf Garagen möglichst auszuweiten, um den erwarteten Parkdruck auf den öffentlichen Straßenraum zu minimieren. Denn die Anzahl von nur einem Parkplatz pro Wohnung wird für die Realität als zu gering angesehen.

Daraufhin hat die Verwaltung das Gespräch mit der Sparkasse als Investor gesucht, um anstelle der geplanten breiten Garagen und Carports „offene und schmalere, aber dennoch komfortable Stellplätze“ zu realisieren. Dem Wunsch möchte der Bauherr folgen. Er plant nun 30 offene — inklusive eines rollstuhlgerechten — Parkstände im hinteren Grundstücksbereich, der intensiv mit Pflanzen umgeben werden soll.

Zur Realisierung muss ein geänderter Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes eingereicht werden, über den der Ausschuss für Stadtentwicklung auf einer seiner nächsten Sitzungen befinden soll. Insofern macht der Einspruch der FDP zu dem früheren Beschluss den Weg dafür frei.

Die beiden weiteren genehmigten Abweichungen scheinen mittlerweile für die Anwohner kein Thema mehr zu sein: eine Überschreitung der Baugrenzen von 80 Zentimeter für insgesamt fünf Vordächer sowie eine Überschreitung der erlaubten Höhe der Zwerchhäuser um 80 Zentimeter, damit ein Aufzug in diesen Treppenhäusern auch die dritte Etage barrierefrei erschließen kann — an der Gesamthöhe der Gebäude ändert dieses ebenso wenig wie an den realisierbaren Wohneinheiten.

Darüber hinaus verbessere sich aus Sicht der Verwaltung das Verhältnis zwischen Wohnungsanzahl zu Parkplätzen, wenn die Straßen im Neubaugebiet ausgebaut und somit öffentliche Stellplätze geschaffen werden. Erste Vorentwürfe sehen 46 Straßenparkplätze vor. Unter Einbeziehung der privaten Angebote werde das Neubaugebiet für rund 80 Wohneinheiten rund 180 Parkplätze anbieten können. Über solche Details des Straßenausbaus sowie die Gestaltung des Spielplatzes sollen die Anwohner noch beteiligt werden.

Der Ausbau wird erst nach Fertigstellung des Rohbaus der Mehrfamilienhäuser und der meisten Einfamilienhäuser für Ende nächsten Jahres erwartet.

(-jül-)