Stolberg: Mehr als 40 Mal Notruf gewählt: Polizei erwischt Stolberger

Stolberg: Mehr als 40 Mal Notruf gewählt: Polizei erwischt Stolberger

Telefonterror an der Notruf-Hotline: Ein 64-jähriger Mann aus Stolberg hat in der Nacht auf Mittwoch mehr als 40 Mal ohne Grund die Notfallnummer „110“ gewählt. Der Polizei riss nach mehreren erfolglosen Verwarnungen schließlich der Geduldsfaden.

Der offensichtlich betrunkene Mann redete oder nuschelte bei seinen Anrufen hauptsächlich wirres Zeug. Abwechselnd meldete er sich von einem Handy und einem Festnetztelefon. Immer wieder forderten ihn die Polizeibeamten auf, mit den sinnlosen Anrufen aufzuhören - schließlich blockierte er eine womöglich lebensrettende Leitung.

Nach mehr als zwei Dutzend Telefonaten ermittelten die Beamten die Adresse des Mannes in der Stolberger Innenstadt. Polizisten fuhren zu ihm und ermahnten ihn dort persönlich. „Er gelobte Einsicht“, berichtete Polizeisprecher Paul Kemen am Donnerstag.

Doch: „Diese währte knapp 20 Minuten, da ging es wieder los.“ Nun legten die Beamten ein Schippchen drauf: Beim folgenden Hausbesuch beschlagnahmten sie mehrere Telefone in der Wohnung. Doch offenbar hatten sie mindestens ein Gerät übersehen: Nach nur wenigen Minuten wiederholte sich die mittlerweile bekannte Prozedur.

Die Ordnungshüter sahen nun keine andere Möglichkeit mehr, als den 64-jährigen selbst mit aufs Polizeirevier zu nehmen. Polizeisprecher Kemen: „Er bekam eine handyfreie Zone, eine Einzelzelle.“ Dort konnte er er seinen Rausch ausschlafen.

Nun läuft ein Strafverfahren gegen den Stolberger wegen „Missbrauchs von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln“. Teuer wird es für den Mann ohnehin. Im Polizeibericht heißt es ausdrücklich: „Die Rechnung zu den Einsätzen kommt.“

(red/pol)
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